Karbid und Sauerampfer

Eine der besten deutschen Filmkomödien, die, auf einem mit Pointen gespickten Drehbuch beruhend, mit einem souverän-überzeugenden Hauptdarsteller aufwarten kann – Erwin Geschonneck in seiner Paraderolle!

Dresden im Sommer 1945. Der Arbeitsplatz ist dahin – weggebombt. Das ist wahrlich keine schöne Rückkehr für Karl »Kalle« Blücher. Aber da der Bedarf an Zigaretten zu allen Zeiten immens ist, haben Kalles Kollegen für ihre Zigarettenfabrik schon einen Plan. Nur einer kommt als Retter in der Not in Frage. Kalle, seines Zeichens, Nichtraucher und Vegetarier, ist der ideale Mann, um mit dem geringsten Aufwand Karbid zum Schweißen zu organisieren. Mit nichts anderem ausgestattet als dem Zahlungsmittel Zigaretten macht sich Kalle zu Fuß auf nach Wittenberge. Wirklich abenteuerlich wird es für ihn, als er mit sieben Fässern Karbid seinen Rückweg per Anhalter antritt. Ein Fass nach dem anderen wird ihm als Wegzoll abverlangt. Bis er Dresden erreicht, muss er sich der geschäftstüchtigen russischen und amerikanischen Offiziere erwehren, den Fängen einer mannstollen Kriegswitwe entfliehen und einen Schiffbruch erleiden. Nur eine Reisebekanntschaft will ihm partout nicht mehr aus dem Kopf gehen: Die reizende Karla.

Die Geschichte des Films basiert auf wahren Ereignissen.
Der echte Karbid-Kalle – Richard Hartmann – hatte mehr Erfolg als Karbid-Kalle im Film. Mit einem Kollegen brachte er alle seine neun Fässer ins Werk. Allerdings erlebte er nicht ganz so aufregende Abenteuer und zeugte unterwegs auch kein Kind. Hartmann und Geschonneck lernten sich erst nach den Dreharbeiten kennen.

Die Episode, in der Pilze in einem Minenfeld gesammelt werden, geht auf ein wahres Erlebnis von DEFA-Regisseur Kurt Maetzig zurück. Der Opernsänger Rudolf Asmus hat hier den einzigen Filmauftritt außerhalb Walter Felsensteins Opernverfilmungen.

Für Erwin Geschonneck war der Film der endgültige, wenn auch späte, Durchbruch zum großen DEFA-Star und Charakterkomiker. Er wurde 100 Jahre alt.


Produktionsland/-jahr: DEFA
Regie: Frank Beyer
Kamera: Günter Marczinkowsky, Hans-Jürgen Sasse
Darsteller: Erwin Geschonneck, Marita Böhme, Manja Behrens, Margot Busse, Kurt Rackelmann, Rudolf Asmus, Hans-Dieter Schlegel, Fred Delmare, Bruno Carstens, A. M. Presnezow

1 DVD HD-Format; Bonus ca. 19 Min.; Farbe: s/w; FSK: ab 16 Jahren

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 81 Minuten
  • Produktionsjahr: 1963
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