Levins Mühle

Das Werk zählte in den 60er Jahren zu den wichtigsten Beiträgen zum Thema Vergangenheitsbewältigung

In den 1870er Jahren leben in einem kleinen Dorf im Westpreußischen, nahe der unteren Weichsel, Deutsche, Polen, Zigeuner und Juden nebeneinander. Der reiche deutsche Mühlenbesitzer Johann will aber nicht dulden, dass der Jude Levin in seiner Bootsmühle ebenfalls Korn mahlt. Johann glaubt sich im Recht und ist sich
auch sicher, dass ihm die Justiz beistehen wird, da er ja Deutscher ist. Deshalb öffnet er eines Nachts das Wehr und schwemmt Levins Mühle weg. Johann hat zwar insofern Erfolg, als Levin tatsächlich kein Recht bekommt und mit seiner Freundin Marie, einer Zigeunerin, das Dorf verlässt. Aber der reiche Mühlenbesitzer hat nicht mit der Solidarität und dem Gerechtigkeitssinn der übrigen Dorfbewohner gerechnet. Nationale Unterschiede spielen dabei keine Rolle: Die moralische Verurteilung Johanns ist allgemein. Er zieht weg in die Stadt. So ist sein Sieg auch eine Niederlage.

Johannes Bobrowskis Roman Levins Mühle: 34 Sätze über meinen Großvater galt als unverfilmbar. Horst Seemann, der bis dahin bereits Literaturverfilmungen wie „Schüsse unterm Galgen“ (nach R. L. Stevenson) realisiert hatte, war nicht nur als Regisseur des Films tätig, sondern schrieb auch das Szenario. Dabei hielt er sich eng an die Literaturvorlage und übernahm Dialoge teilweise im Original. Ihm gelang eine bemerkenswerte Umsetzung der bildhaften Romanelemente, der Atmosphäre und des Lebensgefühls der Personen. Nicht zuletzt durch die exzellenten Schauspielerleistungen!
Er steuerte zudem die Filmmusik bei und schrieb auch das im Film leitmotivisch genutzte Lied über das große Wasser. Zudem war er als Swist Powist in einer kleinen Nebenrolle als Darsteller zu sehen.

Produktionsland: DEFA
Regie: Horst Seemann
Darsteller: Erwin Geschonneck, Katja Paryla, Christian Grashof, Ionka Iliewa, Fred Düren, Käthe Reichel, Rolf Ludwig, Eberhard Esche, Kurt Böwe, Dieter Franke

1 DVD; Farbe; FSK: ab 12 Jahren

Preis: 6.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 118 Minuten
  • Produktionsjahr: 1980

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