Flug des Falken

Vierteiliger Film des Fernsehens der DDR über die Jugend von Friedrich Engels nach Motiven des Romans von Walter Baumert „Schau auf die Erde“

Der Film zeichnet die tiefen Konflikte, stürmischen Ereignisse und dramatischen Entscheidungssituationen des jungen Friedrich Engels nach. Als zukünftiger Kronerbe eines Millionenvermögens liegt eigentlich ein sorgenfreies Leben vor ihm. Doch Friedrich Engels sucht nach Wahrheiten und Gerechtigkeit.

TEIL 1 (1985)

Im Sommer 1838 beginnt der damals 18jährige Friedrich Engels (Dirk Wäger) seine berufliche Laufbahn als Eleve bei der Welthandelsfirma Leupold in der Freien Reichs- und Hansestadt Bremen. Engels ist ein Fabrikantensohn aus dem Wuppertal und zugleich Kronerbe eines Millionenvermögens. Für Engels ist der Start in Bremen ein erster Schritt aus der bürgerlichen Enge und geistiger öde in die Freiheit - endlich leben ohne die väterliche Strenge und die überzogene mütterliche Vorsorge, endlich Entscheidungen allein treffen! Die Stadt Bremen ist zu dieser Zeit eine aufstrebende Hafenstadt und das Tor nach Amerika und präsentiert sich tolerant und weltoffen. Seine Unterkunft hat er bei Stadtpfarrer Treviranus (Jörg Panknin). Eigentlich liegt ein glanzvolles und sorgenfreies Leben vor ihm, doch seine ungestüme Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit führen ihn in harte Auseinandersetzungen mit den gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen. Doch zu dieser Zeit kann Engels noch nicht erahnen, mit welchen tiefen Konflikten, stürmischen Ereignissen und dramatischen Entscheidungssituationen er konfrontiert werden wird.

TEIL 2 (1985)

Engels lebt mittlerweile schon zwei Jahre in Bremen. Für die Tätigkeit der Firma Leupold ist er inzwischen zu einem unentbehrlichen Mitarbeiter geworden.Was nur wenige wissen: in seiner Freizeit beschäftigt sich Engels eingehend mit der Hegelschen Philosophie und mit den revolutionären Visionen eines Börne. Die Geheimpolizei Preußens ist aber mit Ermittlungen befasst, wer sich hinter dem Pseudonym Oswald verbirgt, einem Autor von neuzeitlichen Gedichten, oppositionellen Statements und politischer Reportagen.In dieser Zeit begegnet Engels auch seiner ersten großen Liebe, es ist die schöne und junge Pianistin Magdalena (Klara Jiraskova), eine Schwester seines Freundes und Verlegers Schünemann (Ulrich Anschütz).Immer wieder sieht sich Engels vor Bewährungsproben gestellt, in denen er Mut beweisen muss und sogar seine Leben einsetzt.

TEIL 3 (1985)

Durch seine Studium der Werke Hegels und revolutionärer Visionen fortschrittlicher Menschen sowie sein eigenes Erleben der realen gesellschaftlichen Verhältnisse hat sich Engels zu einem demokratischen Volksrevolutionär entwickelt. Um in diesem Sinne auch selbst mehr zu bewegen und weiter hinzuzulernen, findet er in Berlin, der preußischen Hauptstadt, ein neues Zuhause. Berlin war schon zu dieser Zeit das geistige Zentrum Deutschlands, wo Engels auch auf viele Gleichgesinnte stößt. Doch die Machtverhältnisse in seinem Vaterland zwingen ihn, ein Doppelleben zu führen: offiziell hat er sich als Einjährig-Freiwilliger zu den preußischen Truppen gemeldet, wo er dem bekannten Rekrutendrill unterworfen ist, andererseits avanciert er durch sein Wissen und sein Auftreten im Klub der Linkshegelianer zur philosophischen Leitfigur oppositioneller Kräfte in ihrer Auseinandersetzung mit der reaktionären Philosophie eines Schellings (Gerry Wolff).In Berlin findet Engels auch eine neue Liebe in der selbstbewussten Nichte des Dr. Waldeck (Kaspar Eichel), dessen Arztpraxis Engels aufsuchte; Susanne (Szuzsa Nyertes) und Friedrich verlieben sich ineinander.

TEIL 4 (1985)

Friedrich Engels, der unter dem Pseudonym "Oswald" seine Vorstellungen von einer gerechten Gesellschaft als demokratischer Volksrevolutionär publiziert, hat in der Auseinandersetzung mit dem Reaktionär Schelling einen glanzvollen Sieg davongetragen. Deshalb wird im "Klub der Freien" die überlegenheit der Ideen von Hegel gewürdigt. In diesem ideologischen Fight ist Engels zu der überzeugung gekommen, dass auf der Grundlage des fortschrittlichen Gedankengutes der Hegelianer und durch die Kraft der Vernunft gesellschaftliche Veränderungen notwendig und auch möglich sind.Doch dann werden Engels, Dr. Waldeck und seine Tochter Susanne mit der Grausamkeit einer Cholera-Epidemie in einem Elendsquartier in Berlin konfrontiert. In Anbetracht dessen kommen Engels Zweifel an der Allgewalt der fortschrittlichen Ideen. Damit wird offensichtlich, dass sein Streben nach Wahrheit noch lange nicht beendet ist. Auf diesem weiten Weg schreitet Engels weiter voran, vordergründig mit seinem neu gewonnenen Kampfgefährten Karl Marx (Kersten Jakob).

Produktionsland: DDR-TV-Archiv
Regie: Peter Wekwerth
Personen und ihre Darsteller:
Friedrich Engels (Dirk Wäger), Schünemann (Ulrich Anschütz), Magdalena (Klara Jirsakova), Konsul Leupold ( Klaus Manchen), Pastor Treviranus (Jörg Panknin), Frau Treviranus (Petra Hinze), Großmutter Treviranus (Erika Pelikowsky), Dr. Wihl (Victor Deiß), Kotbeck (Klaus Rätsch), Lutrec (Oliver Pascalin), Karl Marx (Kersten Jakob), Schelling (Gerry Wolff), Dr. Waldeck (Kaspar Eichel), Susane (Szuzsa Nyertes) u.v.a.

2 DVDs; FSK: o.A.

Preis: 19.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 275 Minuten
  • Produktionsjahr: 1985
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