Melanie van der Straaten & Schach von Wuthenow

Theodor Fontane – Frauenbilder Vol. 2 – Literaturverfilmungen

Melanie van der Straaten

Der Roman “L` Adultera”, vom Verleger Fontanes mit “Die Ehebrecherin” betitelt und damit auf ein Bild von Tintoretto anspielend, erschien 1882 erstmals in Buchform bei Salo Schottländer in Breslau.
Das Werk schilderte die Lebensgeschichte einer jungen, schönen Genferin namens Melanie van der Straaten (Laurence Calame). Als 17jährige ehelichte sie den viel älteren Geschäftsmann Ezechiel van der Straaten (Kurt Böwe), einen Berliner. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Doch Melanie ist nicht glücklich in ihrer Ehe, weil sie in mehrerer Hinsicht unter den Eigenarten ihres Gatten leidet. Van der Straaten ist ein typischer Berliner, und in der Hinsicht leistet er sich bei Gesellschaften immer wieder Peinlichkeiten mit seinen unpassenden Bemerkungen. Zum anderen quält er seine Frau mit seiner Eifersucht bzw. der Ansage, dass sie ihm eines Tages bestimmt untreu werden wird. Diese Meinung entbehrt zunächst jeglicher reeller Substanz.
Erst später, als sie den Launen und Ungezogenheiten ihres Mannes fast überdrüssig ist, kommt es, wie befürchtet. Ein Logiergast im Hause der van Straatens mit Namen Rubehn (Christian Steyer) präsentiert sich als das ganze Gegenteil des Ezechiel. Beide kommen sich schnell näher, und Melanie hat in dieser Situation nur ein Ziel: Flucht vor ihrem Ehemann und Aufbau eines neuen Lebens mit Rubehn.

Produktionsland/-jahr: DDR-TV-Archiv 1982
Drehbuch und Regie: Thomas Langhoff
Personen und ihre Darsteller:
Melanie (Laurence Calame), van der Straaten (Kurt Böwe), Rubehn (Christian Steyer), Major von Gryczinski (Dieter Mann), Jacobine (Swetlana Schönfeld), Rieckchen (Monika Lennartz), Anastasia (Petra Hinze), Baron Duquede (Walter Jupé), Polizeirat Reiff (Adolf-Peter Hoffmann), Maler Gabler (Gerd-Michael Henneberg), Maler Schulze (Wolfgang Hosfeld), Christel (Lotte Loebinger)

Schach von Wuthenow

Diese Tragödie - tatsächlichen Ereignissen nachgezeichnet - ist in ihrem Kern ein Produkt jener Zeit von überholten und menschenunwürdigen Verhältnissen und Anschauungen; Eitelkeiten und Vorurteile bestimmten in negativer Weise das Verhalten der Menschen und führten zu solchen bedrückenden Geschehnissen wie die um Schach von Wuthenow.
Der Salon der schönen Frau von Carayon (Beata Tyszkiewicz) und ihrer von Krankheit gezeichneten Tochter Victoire (Petra Kelling) ist im Berlin des Jahres 1806 ein Anziehungspunkt für einige Offiziere des hier ansässigen Elite-Regiments wie den Rittmeister von Schach (Michael Gwisdek), aber auch den Schriftsteller von Bülow (Klaus Piontek) und seinen Verleger Sander (Helmut Straßburger) führt es hierher.
Schach galt zu dieser Zeit als schönster Offizier der Berliner Garnison. Victoire, die Tochter der Frau von Carayon, war schön wie ein Engel, bis sie von den Blattern befallen wurde. Nun ist nur ihre überaus seltene Liebenswürdigkeit geblieben. Und an einem Abend diese Jahres sieht Schach in ihr ein so begehrenswertes Geschöpf, dass er sie verführt. Es fällt ihm leicht, weil Victoire in ihn verliebt ist. Ein Skandal bahnt sich an. Doch Schach entschließt sich offenbar mit Freude zur Hochzeit mit der jungen Dame, auch wenn dieser Entschluss nicht sofort von ihm gefasst wurde. Die Kameraden seines Regiments aber verhöhnen Schach ob seiner Entscheidung, man lacht über ihn und verfasst Karikaturen. Dieses penetrante Lachen aber verkraftet Schach nur kurze Zeit: nachdem er, der Etikette folgend, noch am Hochzeitsmahl teilnimmt, erschießt er sich unmittelbar danach.

Produktionsland/-jahr: DDR-TV-Archiv 1977
Drehbuch und Regie: Richard Engel
Personen und ihre Darsteller:
Rittmeister von Schach (Michael Gwisdek), Josephine von Carayon (Beata Tyszkiewicz, dt. Sprecher: Lissy Tempelhof), Victoire von Carayon (Petra Kelling), Tante Marguerite (Marga Legal), Herr von Bülow (Klaus Piontek), Daniel Sander (Helmut Straßburger), Prinz Luis Ferdinand (Christian Steyer), König Friedrich Wilhelm III. (Werner Tietze), Oberleutnant von Alversleben (Walter Plathe), Leutnant von Nostitz (Bernhard Baier), Leutnant von Zieten (Helmut Geffke), Leutnant von Herzberg (Lutz Dechant), Barsch (Wilfried Pucher)

2 DVDs; FSK: ab 6 Jahren

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 125 + 85 Minuten
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