Tscheljuskin

Zweiteiler des DDR-Fernsehens über eine spektakuläre Rettungsaktion im Eismeer nach einer wahren Begebenheit

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Expedition des sowjetischen Eisbrechers »Tscheljuskin« in den 1930er Jahren, die wegen einer unerwarteten Havarie abgebrochen werden muss. Zwei Monate lang harren über hundert Menschen auf einer Eisscholle aus, bis die Rettung durch Polarflieger gelingt. Der authentische Charakter der Vorgänge wird durch Interviews mit ehemaligen Teilnehmern der Expedition unterstrichen.

Die ganze Geschichte können Sie nachlesen unter www.stoersignale.stoer.de:
Wie der damals beteiligte Pilot Nikolai Kamanin in seinem Buch „Flieger und Kosmonauten” (Verlag Neues Leben, Berlin) erzählt, wurden an verschiedenen Stützpunkten Fliegerstaffeln alarmiert, darunter auch im Fernen Osten. In der Amur-Region wurden Flugzeuge zerlegt und auf dem Schienenweg erst nach Wladiwostok und dort auf den Dampfer „Smolensk” gebracht.
Als das Schiff bei eisigen Stürmen die Stadt Oljutorka im Norden der Halbinsel Kamtschatka erreicht hatte, mussten die Flugzeugteile mit Barkassen an Land gebracht und bei 40 Grad unter Null wieder zusammengebaut werden: immerhin noch 2000 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt.
Gleichzeitig wurde versucht, von Alaska und Chabarowsk die Eisscholle zu erreichen. Die Gruppe aus Wladiwostok arbeitete sich unterdessen bei ständigem Spritmangel und unter widrigsten Flugbedingungen näher an die Eingeschlossenen heran. Erst einen Monat nach Beginn der Rettungsaktion erreichten die Flieger schließlich Wankarem in der Nähe von Uelen: von hier aus waren es dann „nur” noch 55 Minuten zum Lager, wo auf dem Eis inzwischen eine Art Landebahn gebaut worden war.
Eine besondere Rolle bei der Rettung spielten die Flieger Mariki Slepnew und Sigismund Lewanewski. Die beiden USA-erfahreren Piloten kauften im Auftrag der Sowjetregierung in den Vereinigten Staaten zwei kleine Passagierflugzeuge und starten von Nome in Alaska nach Warenem, wo sie zu den anderen Rettern stießen.
Alle 104 Personen wurden lebend geborgen. Die Rettung der Tscheljuskin-Besatzung wurde in der UdSSR (aber auch in der ganzen Welt) als Großtat gefeiert. Die „New York Times” schrieb: „Seit vielen Jahren sind aus der Arktis keine dramatischeren Meldungen eingetroffen. Was dort geschah, erfuhr die Welt täglich dank der Funkverbindung, dem Mut und Können der sowjetischen Flieger.”
Kamanin und die Kosmonauten: Der Flieger, der im Krieg hohe Kommandoposten in der Luftwaffe bekleidet hatte, und die Militärakademie des Generalstabes absolviert hatte, war von 1960 bis 1971 im Auftrag der Luftstreitkräfte für die gesamte Kosmonautenauswahl und -ausbildung der UdSSR verantwortlich. Unter seinen Fittichen gelangten auch die sechs ersten Wostok-Raumfahrer Juri Gagarin, German Titow, Adrian Nikolajew, Pawel Popowitsch, Valerie Bykowski und Valentina Tereschkowa mit Wostok-Raketen von Baikonur aus ins All. (Text von Erich Stör)

Produktionsland: DDR-TV-Archiv
Regie: Rainer Hausdorf
Darsteller: Eberhard Mellies, Fritz Diez, Rudolf Ulrich, Klaus Bergatt, Jürgen Frohriep, Werner Lierck, Dieter Mann, Helmut Schreiber, Christiane Lanzke, Brigitte Lindenberg, Wilhelm Koch-Hooge, Günter Junghans, Otmar Richter
Schnitt Christa Helwig

1 DVD; Farbe; FSK: ab 6 Jahren

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 105 Minuten
  • Produktionsjahr: 1970
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