Clausewitz – Lebensbild eines preußischen Generals

Historiendrama des Fernsehens der DDR

Die Führungsetage des DDR-Fernsehens hatte beschlossen, anlässlich des 200. Geburtstags von Clausewitz einen Fernsehfilm zu drehen, der sich mit fortschrittlichen Tendenzen in der Geschichte Preußens und damit auch mit dem Wirken des Reformers Clausewitz (1780 -1831) befasste.

Der Autor Hans Pfeiffer nutzte für die Erarbeitung des Szenariums für diese TV-Produktion vorhandene Originaldokumente wie schriftliche Überlieferungen von Clausewitz, seine theoretischen Vorlagen, seine Hauptwerk “Vom Kriege” und seine Briefe, die einen entsprechenden Eindruck zur Person des Clausewitz boten. Themen, die hier immer wieder besprochen wurden, waren der Patriotismus, Vaterland, Freundschaft und Liebe. Das alles war eng verbunden mit Schlussfolgerungen aus der Niederlage Preußens gegen Napoleon (1806) und aus der Französischen Revolution. Hieraus leitete Clausewitz auch die Notwendigkeit von Veränderungen in der preußischen Gesellschaft ab.

Der Film beleuchtet auch die Verbindungen und Beziehungen von Clausewitz zu anderen preußischen Persönlichkeiten aus der genannten Zeit. So standen Clausewitz und seine Frau (Jürgen Reuter/Christine Schorn) in enger Verbindung mit Gneisenau (Dietrich Körner), dem preußischen Generalfeldmarschall und Heeresreformer.

Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Dieses berühmte Postulat ist längst zum Gemeinplatz geworden. Das bekannteste Zitat des preußischen Generals und Militärtheoretikers lautet korrekt:
„Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“
Clausewitz hat Ziel, Mittel und Zweck des Krieges als Instrument der Politik so definiert:
„Die politische Absicht ist der Zweck, der Krieg ist das Mittel, und niemals kann das Mittel ohne Zweck gedacht werden.“

Aus der Bekenntnisschrift von 1812 wird ersichtlich, dass Clausewitz bis zu diesem Zeitpunkt einer eher existenziellen Interpretation von Krieg anhing. Das heißt, dass er Krieg als höchste Form der Selbstbehauptung eines Volkes ansah. Dies entsprach in jeder Hinsicht dem  Geist der Zeit, in der die Französische Revolution und die Konflikte, die aus ihr erwuchsen, zur Ausbildung von Wehrpflichtarmeen geführt hatten. Solche Volksbewaffnungen und Volkskriege unterstützten die Auffassung, Krieg sei ein existenzieller Kampf.

Eine der provokantesten Thesen des Buches „Vom Kriege“ lautete, dass ein Krieg erst mit der Verteidigung des Angegriffenen beginne. Ohne Verteidigung würde es nicht zu bewaffneten Kämpfen kommen, die Clausewitz für die Grundlage des Kriegsbegriffs hielt. Er empfahl durch den Aufbau einer möglichst großen Armee einen potentiellen Gegner abzuschrecken. Der hier formulierte Abschreckungsgedanke des Verteidigungskrieges war weder neu noch einzigartig, wurde aber eine viel proklamierte Grundlage für das Wettrüsten vor den Weltkriegen und später im Kalten Krieg.

Friedrich Engels beschäftigte sich in den 1850er Jahren, nach der gescheiterten Revolution von 1848, mit Clausewitz’ Theorien, um die historisch-materialistischen revolutionären Ansätze um eine praktische militärische Komponente zu bereichern. Engels und Marx übernahmen von ihm unter anderem die Ansichten über Angriff und Verteidigung sowie über den Partisanenkrieg. In ihren umfangreichen Kommentaren zum Italienkrieg (1859) und dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865) legten sie dar, wie eng ihre Anlehnung an den Preußen in Sachen der politischen und strategischen Ansichten war.

Produktionsland: DDR
Regie: Wolf-Dieter Panse
Darsteller: Jürgen Reuter, Dietrich Körner, Klaus Piontek, Christine Schorn, Erich Gerberding, Irma Münch u.v.a.

1 DVD; Farbe; FSK: o.A.; Farbe

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 90 Minuten
  • Produktionsjahr: 1980

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