Konrad Wolf – Alle Spielfilme – 1955-1980

Erstmalig liegt das gesamte Spielfilmschaffen des bedeutenden und preisgekrönten DEFA-Regisseurs Konrad Wolf in einer Gesamtedition vor.
Alle Spielfilme wurden neu digitalisiert und restauriert.

Die Edition enthält ein illustriertes Booklet mit Texten zu Leben und Werk von Konrad Wolf und ist mit umfangreichen Bonusmaterialien ausgestattet, viele davon erscheinen erstmalig auf DVD.

Das Schaffen Konrad Wolfs enthält bedeutende Literaturverfilmungen, so u.a. „Professor Mamlock“, „Der geteilte Himmel“, „Der kleine Prinz“ und „Goya“.
Alle Filme haben einen hohen Bekanntheitswert. Sie wurden zu DDR-Zeiten in den Kinos gezeigt und von einem Millionenpublikum diskutiert. Durch viele Ausstrahlungen im TV (MDR, RBB, ARTE) sind sie auch dem Fernsehpublikum bekannt.

So oft zerrissen: Zwischen Vaterland Deutschland und Heimat Sowjetunion, zwischen privater Erfahrung und öffentlicher Rede, zwischen Politik und Kunst, Gefühl und Disziplin. Konrad Wolf (1925-1982) ist in sein Leben geraten als einer, den die Geschichte des 20. Jahrhunderts auf ungewöhnliche Weise persönlich betroffen hat. Konrad Wolf, hat die DDR zweifellos geliebt. Aber er war ein Hingucker. Und es war eine Liebe, die kritische Distanz zuließ. Er hat viel über die Deutschen gewusst, im Osten wie im Westen.

In den 14 Spielfilmen von Konrad Wolf ist seine Zerrissenheit genauso spürbar wie sein Anspruch, ein Werk zu schaffen, das Antifaschismus, Sozialismus und Humanismus verpflichtet war.
Und noch jeder, der seinerzeit mit ihm drehte, hat sich der Zusammenarbeit mit Wärme und Hochachtung erinnert. Jaecki Schwarz zum Beispiel, dessen Karriere mit der Hauptrolle in Konrad Wolfs 1968 gedrehtem Film »Ich war neunzehn« begann. Darin hat Wolf sein eigenes Lebensthema behandelt: Die Rückkehr eines jungen Deutschen, der mit seinen Eltern aus Deutschland geflohen war, in der Uniform eines Leutnants der Roten Armee.

Immer wieder ist er auf das Thema Krieg und Faschismus zurückgekommen, darunter in dem wunderbaren Film »Der nackte Mann auf dem Sportplatz« (mit Kurt Böwe). Aber auch an die Gegenwart ging Wolf mit einer unnachahmlichen Mischung aus analytischer Klarheit und großer Empathie heran. »Der geteilte Himmel« ist hier zu nennen, an dem die Autorin Christa Wolf mitwirkte – und unbedingt »Solo Sunny«. Die Geschichte der eigenwilligen, unglücklichen Sängerin Sunny, gespielt von Renate Krößner, weitet sich zu einem Panorama der ostdeutschen Gesellschaft.
Den Freunden des besinnlichen Genres bot der Film »Der kleine Prinz« ein lyrisches Gleichnis des Buches. Es gibt nur wenige Filme, die in so bestechender Klarheit und ungekünstelter Schlichtheit wiedergeben, worum es im Leben geht. Drehbuchautor ist der bulgarische Romancier Angel Wagenstein, Christel Bodenstein als Prinz und Eberhard Esche als Pilot – in streng stilisierter Kulissenlandschaft – ein Ausnahmewerk im Schaffen Konrad Wolfs. Angel Wagenstein stand auch als Drehbuchautor Pate in dem international preisgekrönten Film »Goya«.

Diese Edition enthält auch drei Werke des Kultregisseurs, die noch nie auf DVD erschienen sind. »Einmal ist keinmal« ist eine deutsche Musikkomödie aus dem Jahr 1955. Der Film zählt zu den wenigen Heimatfilmen, die die DEFA produzierte. 1956 feierte der Film »Genesung« Premiere. Erzählt wird von Friedel Walter (Wolfgang Kieling), der sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Arzt ausgibt, aber keiner ist. In »Leute mit Flügeln« nimmt die Geschichte des Funkers und Kommunisten Ludwig Bartuscheck aus dem »Lied der Matrosen« ihre Fortsetzung – gespielt von dem großartigen Schauspieler Erwin Geschonneck.

Alle 14 Spielfilme dieser Edition wurden neu digitalisiert und restauriert. Ein illustriertes Booklet mit Texten zu Leben und Werk von Konrad Wolf sowie umfangreiche Bonusmaterialien, von denen viele erstmalig auf DVD erscheinen, komplettieren diese hochwertige Edition.
Sie können bereits jetzt die DEFA-Box in Ihrem nd-Shop vorbestellen. Sie erscheint am 12. Oktober.

Produktionsländer: DDR, BUL, UdSSR
14 Einzel-DVDs in Farbe und schwarz/weiß; FSK: ab 16 Jahren
Label: Studio Hamburg Enterprises (PROGRESS Filmverleih GmbH)

Alle Spielfilme auf einen Blick:

"Einmal ist keinmal" ist eine deutsche Musikkomödie von Konrad Wolf aus dem Jahr 1955. Der Film zählt zu den wenigen Heimatfilmen, die die DEFA produzierte.






"Leute mit Flügeln" ist ein DEFA-Spielfilm von Konrad Wolf aus dem Jahr 1960. Im Mittelpunkt der Gegenwartshandlung steht das Flugzeugprojekt 152. Gleichzeitig wird für die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee geworben, die auch an der Produktion beteiligt waren.


"Genesung" (1955/1956) Friedel Walter konnte sein Medizinstudium wegen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht beenden. In den Wirren der Nachkriegszeit arbeitet er lange unerkannt unter dem Namen des im Krieg gefallenen Dr. Müller als Arzt. Die Sache fliegt auf, als er im Krankenhaus in der Ehefrau seines Patienten Kerster, einem invaliden Antifaschisten, seine Freundin Irene aus Kriegszeiten erkennt …

"Professor Mamlock" ist eine deutsche Literaturverfilmung der DEFA von Konrad Wolf aus dem Jahr 1961. Sie beruht auf dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Wolf, dem Vater des Regisseurs.




Die DEFA-Produktion "Ich war neunzehn" (1968) erzählt die Geschichte eines jungen Deutschen, Gregor Hecker, der mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Moskau geflüchtet war und nun, im Frühjahr 1945, als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt. Der Film verarbeitet dabei die persönlichen Erlebnisse des Regisseurs Konrad Wolf und seines Freundes Hauptmann Wladimir Gall in fiktiver Form und schildert dabei Impressionen seiner „bewegenden Annäherung an die zum ‚Feindesland‘ gewordene Heimat“.

"Der geteilte Himmel" ist eine Literaturverfilmung aus dem Jahr 1964. Der DEFA-Film beruht auf der 1963 erschienenen gleichnamigen Erzählung von Christa Wolf. Die westdeutsche Filmkritik befand: „Wer diesen ostdeutschen Film gesehen hat, der weiß, dass es den ernstzunehmenden westdeutschen Film nicht gibt.“

"Sonnensucher" ist ein 1958 fertiggestellter DEFA-Film von Konrad Wolf, der allerdings aufgrund seiner kritischen Darstellung des Uranbergbaus der SDAG Wismut erst 1972 in die Kinos der DDR kam.





"Solo Sunny" (1980)
„Ein sehenswerter Film über die Identitätsprobleme der Jugend nicht nur in der DDR; differenziert in der Charakterzeichnung, mit treffsicheren Dialogen, heiter und leicht inszeniert. Zugleich ein mutiges Plädoyer gegen gesellschaftliche Bevormundung, für Individualität und den eigenen Weg durchs Leben.“ – Lexikon des internationalen Films.

"Der nackte Mann auf dem Sportplatz" (1976)
„Leise, episodische Filmsatire, der charakteristische Details des DDR-Alltags aufs Korn nimmt und die widerspruchsvolle Situation des Künstlers in seiner Gesellschaft beschreibt. Inhaltlich und gestalterisch differenziert und anspruchsvoll, einer der besten DEFA-Filme überhaupt.“ – film-dienst

"Der kleine Prinz" ist ein im Auftrag des DFF hergestellter Fernsehfilm der DEFA von Konrad Wolf aus dem Jahr 1966, nach der gleichnamigen märchenhaften Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry. Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Streng stilisierter, in Kulissenlandschaften inszenierter Film, mit dem sich Konrad Wolf auf die Spuren eines existentialistischen Klassikers begibt und zu einer dichten, von ausgezeichneten Darstellern getragenen Annäherung findet. Stilistisch ein Ausnahmewerk im Schaffen des Regisseurs.“
Der Film war der erste Farbfilm des Fernsehens der DDR.

"Mama, ich lebe" ist einer der letzten Filme des Regisseurs Konrad Wolf. Dem Stoff hatte Drehbuch-Autor Wolfgang Kohlhaase bereits 1969 in dem Hörspiel „Fragen an ein Foto“ Gestaltung verliehen. Der Film wurde im Jahr 1976 unter anderem in der Sowjetunion gedreht. Während des Zweiten Weltkrieges beschließen vier deutsche Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft, die Seiten zu wechseln und fortan für die rote Armee zu kämpfen. In russischen Uniformen wieder an die Front geschickt, erhalten sie einen Auftrag hinter den deutschen Linien. Dabei stellt sich heraus, dass sie es nicht über sich bringen, auf ihre eigenen Landsleute zu schießen.

"Goya – oder der Weg der argen Erkenntnis"
Episches Biopic nach Lion Feuchtwangers gleichnamiger Romanvorlage als beeindruckend aufwendiger DEFA-Monumentalfilm: Der spanische Hofmaler Francisco de Goya wandelt sich vom höfischen Liebling zum politisch engagierten Gesellschaftskritiker.
Gedreht auf 70 mm, zweiteilig, über ein Jahr Vorbereitungszeit, 3000 Kostüme, Waggonladungen von Requisiten, elf Monate Dreharbeiten von September 1969 bis August 1970, Drehorte in Jugoslawien (Dubrovnik u.a.), Bulgarien, auf der Krim (Jalta), im Kaukasus, Schauspieler aus acht Ländern (die meisten spielten in ihrer Muttersprache), zwei Sprachfassungen (russisch und deutsch), Musikaufnahmen in Leningrad.

"Lissy"
Der Film entstand 1957 nach dem gleichnamigen Roman von Franz Carl Weiskopf.
„… der suggestiv fotografierte, vorzüglich montierte und gespielte Film ist zeitlos und durch sein Thema – die Bewahrung von Tugend und Anstand gegen Gewalt und Lüge – in hohem Maße diskussionswert.“ – Lexikon des internationalen Films.

"Sterne", dessen Titel auf die „Judensterne“ anspielt, beruht auf authentischen Ereignissen. Der DEFA-Film von 1959 gilt als erster deutscher Film, der sich mit der Verantwortlichkeit der Deutschen im Holocaust auseinandersetzte. Er wurde 1995 zu einem der 100 wichtigsten deutschen Filme gewählt.
„Das ein so gerechter und reiner Film ausgerechnet von der sowjetischen DEFA stammt, mag, wie manche sagen, eine Schande sein. Ich weiß eine viel größere Schande: dass unsere freie Filmproduktion noch immer keine gleichwertige Auseinandersetzung mit dem so schmerzenden Thema zustandegebracht hat, um das es hier geht.“ – Günther Geisler 1960

Preis: 99.00 Euro

  • Laufzeit: 1.405 Minuten
  • Produktionsjahr: 1955-1980
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