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nd-Filmclub special: Das Haus am Fluss (DEFA 1985, fa, 85 min)

In Gedenken an den Regisseur Roland Gräf

Drehbuch und Regie: Roland Gräf, Regieassistenz: Evelyn Schmidt, Dramaturgie: Christel Gräf, Kamera: Roland Dressel, Kostüme: Christiane Dorst, Musik: Günther Fischer, Bauten: Alfred Hirschmeier, Schnitt: Monika Schindler, Darsteller: Katrin Sass, Sylvester Groth, Jutta Wachowiak, Manfred Gorr, Corinna Harfouch, Hermann Beyer, Rolf Hoppe, Johanna Schall, Peter Zimmermann, Werner Godemann, Mathis Schrader, Ariane Borbach, Justus Carrière

1942. Im Haus am Fluss lebt Familie Voß: Mutter, zwei Töchter, Schwiegertochter, Schwiegersohn. Ein Kamerad von Sohn Paul, der an der Ostfront ist, bringt Grüße von ihm und eine gestickte Russenbluse für Emmi, Pauls Frau. Auch Tochter Agnes, deren Ehemann ebenfalls an der Front ist, erhält von dem ihr nachstellenden Juni- orchef eine Pelzweste – ganz offensichtlich ebenfalls Beutegut von der Ostfront. Mit der ersten Gefallenenmeldung (Emmis Mann), zieht in das Haus am Fluss der Krieg ein. Emmi wählt den Freitod. Agnes’ Mann kehrt von der Front als Krüppel heim und muss erfahren, welchen Preis seine Frau für den „Russenpelz“ gezahlt hat. Der Film nach der Erzählung „Der Russenpelz“ von Friedrich Wolf erhielt 1986 auf dem IV. Nationalen Spielfilmfestival der DDR in Karl-Marx-Stadt vier Preise für Film als Gesamtwerk, Kamera, Musik und Schnitt sowie den Kritikerpreis „Die große Klappe“ der Sektion Theorie und Kritik des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR (1987) in der Kategorie: Beste Darstellerin 1986 für Katrin Sass.

Gespräch mit Katrin Sass, Jutta Wachowiak, Hermann Beyer, Roland Dressel und Dr. Ralf Schenk

Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

Wir erinnern an den am 11. Mai 2017 im Alter von 82 Jahren
verstorbenen Roland Gräf.
Er gehörte zu den herausragenden Kameramännern und Regisseuren der DEFA. Roland Gräf absolvierte eine Lehre als Industriekaufmann, erwarb danach an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Jena die Hochschulreife und studierte von 1954 bis 1959 an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg Kamera. Ab 1960 arbeitete er im DEFA-Studio für Spielfilme und prägte ab Mitte der 1960er Jahre maß- geblich den Kamerastil eines poetischen Realismus mit (Jahrgang 45) , der für eine Gruppe junger Regisseure wichtiges Ausdrucksmittel ihrer Realitätserkundung war. 1997 baute er an der HFF Konrad Wolf in Babelsberg den Studiengang Medienspezi- fisches Schauspiel auf, den er bis 2001 leitete. Seit ihrer Gründung 1998 war Roland Gräf stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der DEFA-Stiftung (bis 2005). Zu seinen Filmen als Kameramann zählen: Egon und das achte Weltwunder (1964), Jahrgang 45 (1966/90), Leben zu zweit (1967), Das siebente Jahr (1968), Dr. med. Sommer II (1969), Weite Straßen – stille Liebe (1969), Sechse kommen durch die Welt (1972), Die Taube auf dem Dach (1973/2010). In folgenden Filmen führte er Regie: Mein lieber Robinson (1970), Bankett für Achilles (1975), Die Flucht (1977), P.S. (1979), Märki- sche Forschungen (1982), Fariaho (1983), Das Haus am Fluß (1986), Fallada – letztes Kapitel (1988), Der Tangospieler (1991) und Die Spur des Bernsteinzimmers (1992).

Eine Veranstaltung von Friedrich-Wolf-Gesellschaft, Tageszeitung neues deutschland, Kino TONI und Berliner Film- und Fernsehverband mit freundlicher Unterstützung der DEFA Stiftung.

Infos zum Termin
28. Juni 2017 , 18:00 Uhr
Kino TONI am Antonplatz
Antonplatz 1, Berlin
Der Termin wurde eingestellt von der Redaktion neues deutschland