
Sozialistische Tageszeitung 9.2.10
Die Hartz-IV-Regelsätze sind auf einer grundgesetzwidrigen Grundlage berechnet worden – so lautet das lange erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Sozialverbände und linke Politiker jubeln – dass die Sätze dadurch steigen werden, steht aber noch gar nicht fest.
Seit Monaten hatten Betroffene, Verbände und Politiker auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz-IV-Regelsätzen gewartet. Wie sich bereits im Vorfeld ankündigt hatte, erachteten die obersten deutschen Richter die Berechnungsgrundlage für verfassungswidrig – die Koalition muss nun bis Ende 2010 nachbessern.
Widerstand war zwecklos. Die Fraktionen von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen im Europäischen Parlament hatten angekündigt, die neue EU-Kommission nicht scheitern zu lassen. Am Dienstag stimmte das Plenum des EU-Parlaments über »Barroso 2« – José Manuel Barroso steht bereits zum zweiten Mal einer Kommission vor – ab. Mit 488 Ja-, 137 Nein-Stimmen und 72 Enthaltungen wurde das Team durchgewinkt.
Von Ulrich Glauber, Frankfurt am Main
Sie saßen beim Kognak und philosophierten über den Nachruhm. Hermann Kesten, der Lektor, ziemlich skeptisch in dieser Frage, war der Ansicht, die Nachwelt habe weder mehr Geschmack noch Verstand als die Gegenwart, und sie sei außerdem vergesslich. Gustav Kiepenheuer, der Verleger, einen Hauch optimistischer, meinte indes, vielleicht würden Benn und Brecht bleiben. Seinen anderen Autoren räumte er ...
Nicht prinzipiell zu niedrig seien die Hartz-IV-Regelsätze, urteilte das Bundesverfassungsgericht. Sie seien nur nicht »realitäts- und bedarfsgerecht« ermittelt worden. Im Klartext: Trotz großen Jubels bei Sozialverbänden und Parteien bedeutet das Urteil nicht, dass die rot-grüne Sozialkatastrophe Hartz IV als Ganzes gekippt wurde oder dass sich zumindest die Regelsätze in absehbarer Zeit deutlich...
Vorläufige Einigung nach einer langen Sitzungsnacht: Gestern Morgen verkündeten Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) sowie Vertreter der Gewerkschaften, dass man nach harten Verhandlungen nun ein gemeinsames Eckpunktepapier vorlegen könne. Danach sollen die Beschäftigten von Land und Bezirken bis 2017 wieder so viel verdienen wie ihre Kollegen ...
Ausweisungen von Menschen ohne deutschen Pass helfen Politikern bei der Konstruktion des Bildes eines bedrohlichen »Anderen«. Doch die Unsicherheit von in Deutschland lebenden Ausländern steigt.
Ein 88-jähriger Bewohner eines Pflegeheims, der an fortgeschrittener Demenz leidet, war im Heim gestürzt und mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus gebracht worden. Um den Vorgang aufzuklären, verlangte seine Krankenkasse vom Pflegeheim Einsicht in die persönlichen Krankenakten bzw. das Sturzprotokoll. Denn der desorientierte Patient selbst konnte dazu keine Auskunft geben. Sein Betreuer ...
17:00 Uhr, Berlin
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Preis: 3,50 €