Die Paradiese der kleinen Leute sind bei näherer Betrachtung nur Vorposten der Hölle. Erbarmungswürdige und doch abstoßende Menschen auf der Suche nach einem Sonderangebot von schnellem Glück. Flackernde Herzen aus roten Glühlampen. Jahrmarkt war gestern, heute ist Fortschritt: Das Vergnügen wird automatisiert ...
Mach das Beste aus dir, etwas Besseres kannst du nicht tun.
Wir, die wir mit dem Festival des politischen Liedes groß geworden sind, kennen die Lieder Südamerikas durch Inti-Illimani, Quilapayún und Mercedes Sosa, um nur einige zu nennen. Irgendwann verschwand diese Musik aus den Ohren, anderes wurde wichtig, es war wenig Zeit, um über den großen Feuerlöschteich zu lauschen ...
Die Wangen glühen in der Maienhitze,in roten Köpfen flimmert es brutheiß.Die Linkspartei sucht mich, die Doppelspitze,vergeblich - ach, wie gut, dass niemand weiß ... Trag ich den Namen Kipping-Schwabedissen?Herrje, mein Funkentanz macht euch Migräne.Heiß Wagenknecht ich? Keiner kann es wissen.Heiße ich Bartsch? Ich heiß nicht Lafontaine ...
Meisterliche Gedichte machen den Leser klanglich untertan. Martin Walser nennt lyrische Sprache eine »Imponiersprache«. Du kapitulierst. Vor einer Fülle, die mit Abwesenheit zu tun hat: Was im Leben fehlt, vor allem Erschütterung, Aufmerksamkeit, das schafft Poesie herbei. Was man vermisst, das spürt man - und im guten Buch liest du's ...
Frank Beyer (Foto: dpa/Link) war einer der großen DEFA-Regisseure. Sein »Jakob der Lügner« wurde als einziger DDR-Film für einen Oscar nominiert. Und »Spur der Steine« - nach dem Roman von Erik Neutsch - erwarb sich den Ruf des anarchischsten Streifens, der Babelsberg je verließ, und der doch nicht ankommen durfte: Beyer geriet zum Protagonisten einer beschämenden Verbotserfahrung ...
In Johannesburg hat am Donnerstag ein Gerichtsverfahren begonnen, über das Südafrika seit Wochen diskutiert: Präsident Jacob Zuma und seine Partei wollen ein umstrittenes Kunstwerk aus der Öffentlichkeit verbannen lassen. Das Bild zeigt das Staatsoberhaupt mit offener Hose und freigelegten Genitalien ...
Im Sommer 1965, diesem bestvergessenen Schicksalsjahr der DDR, stand ein 28-jähriger Schriftsteller, der zuvor in Leipzig Physik und dann Philosophie studiert hatte, in Bayreuth vorm Festspielhaus auf dem grünen Hügel. Er war im Auftrag der Zeitschrift »Sinn und Form« gekommen, etwas über Wieland Wagners Inszenierung (seine letzte, wie sich erweisen sollte) des »Tannhäuser« zu schreiben - unter Mitwirkung nicht weniger ostdeutscher Musiker ...
Das Theater Rudolstadt bereitet sich auf die Fußball-EM vor. »Der Aufstieg der Amateure«, ein Stück das der Intendant Steffen Mensching mit Michael Kliefert schrieb, hat am Samstag Premiere. Mit dem 53-Jährigen Schriftsteller, Sänger und Regisseur sprach Katja Herzberg.
Sein neues Buch »Europa braucht den Euro nicht« stellte Thilo Sarrazin am Dienstag Vormittag in Berlin der Presse vor. Am Abend fand in Potsdam im Nikolaisaal die Buchpremiere statt. Sarrazin fasste die Thesen seines Buches zusammen und stellte sich den Fragen des Chefredakteurs der »Märkischen Allgemeinen Zeitung« und des Publikums.
Vor wenigen Tagen erhielt Theaterregisseur CLAUS PEYMANN, Direktor des Berliner Ensembles, in der Lessingakademie in Wolfenbüttel den diesjährigen Lessing-Preis für Kritik. Die Laudatio hielt der österreichische Dramatiker PETER TURRINI. Er wurde 1944 geboren, seine bekanntesten Werke: der TV-Mehrteiler »Die Alpensaga« und die Stücke »Rozznjogd«, »Josef und Maria«, »Die Minderleister«, »Die Schlacht um Wien«.
Er lächelte aus einer Fernsehzeit herüber, in der man den Moderatoren, den Showmastern noch nicht die Mühe ansah, menschenfreundlich zu sein. Der Frage »Verstehen Sie Spaß?« war bei aller Heftigkeit, mit der man ahnungslose Leute vor die grellen Scheinwerfer der Schadenfreude trieb, doch ein ehrlich sorgender Unterton beigemischt ...
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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