Klaus Bellin 26.03.2016 / Kultur

Die Jahre mit »Mirl«

Der Verleger Peter Suhrkamp in den Briefen an seine Frau Annemarie Seidel

Der Suhrkamp-Verlag wurde unter seiner Führung eine Institution. Man weiß es. Aber erst jetzt, aus den Briefen, erfährt man, wie viel Kraft, Ausdauer und Mühsal dieser Einsatz kostete, wie viel Härte und Überwindungskraft.

Er las früh, und er liebte Bücher. Aber dass er einmal Verleger sein würde, ahnte er nicht. Eher konnte er sich vorstellen, Schriftsteller zu werden. Als Schriftsteller jedenfalls verzeichnete ihn 1934 das Berliner Telefonbuch. Peter Suhrkamp kam, geboren am 28. März 1891 in der Familie eines Landarbeiters, aus einem oldenburgischen Dorf, wurde Volksschullehrer, war Soldat im Ersten Weltkrieg, arbeitete als Lehrer an der Odenwaldschule und zwischen 1925 und 1929 im thüringischen Wickersdorf, auch mal als Dramaturg und Regisseur am Landestheater Darmstadt, gab das pädagogische Amt auf, zog nach Berlin, schrieb Kritiken fürs »Berliner Tageblatt«, landete in der Zeitschriftenredaktion bei Ullstein und am 1. Januar 1933 im Verlag S. Fischer, vorerst als Herausgeber der »Neuen Rundschau«.

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