Axel Berger 01.08.2008 /

Antiautoritäre Marxisten

Nach einer kurzen Phase um 68 interessieren sich Linke wieder mehr für Rätekommunismus

In kurzer Folge sind in diesem Jahr zwei Bücher rätekommunistischer Kritiker der Entwicklung der Arbeiterbewegung im letzten Jahrhundert erschienen. Deutet dies eine Renaissance der fast völlig vergessenen antiautoritären Marxisten an oder handelt es sich um einen Zufall auf dem linken Buchmarkt? Eine Spurensuche am Rande der historischen Arbeiterbewegung.

Lediglich einmal noch standen die internen Streitigkeiten der frühen kommunistischen Bewegung in einer wenn auch auf wenige intellektuelle Zirkel beschränkten Öffentlichkeit. Als gegen Mitte der 60er Jahre kleine Gruppen radikaler Studenten auf die Suche nach einer marxistischen Traditionslinie jenseits von Moskau und Bad Godesberg gingen, stießen sie auf vergessene Gestalten, die mit dem Begriff des Antiautoritarismus am besten zu fassen schienen. Als einer der ersten ergriff der Chefideologe des SDS, Hans-Jürgen Krahl, Partei und zwar gegen diejenigen, die den historischen Kurs bestimmt hatten. »Wenn es primär um die Herrschaft einer emanzipatorischen Selbsttätigkeit antiautoritärer Sensibilität geht«, so der bereits 1970 tödlich verunglückte Krahl, »dann ist eine Taktik der Mitarbeit in den Parlamenten und in den Gewerkschaften um des öffentlichen Lebens der Bewegung willen nicht möglich.«

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