Behrouz Khosrozodeh 11.10.2008 /

Über allem steht die Islamische Republik

Teil 4 der ND-SERIE: Macht und Religion

Die Sprache des Westens – besonders die der USA – gegenüber Iran wird täglich aggressiver. Trotz weiterlaufender Verhandlungen droht bereits zum dritten Mal in diesem Jahrtausend nach Afghanistan (seit Ende 2001) und Irak (seit März 2003) ein Krieg gegen ein Land des Mittleren Ostens. ND-Autoren beleuchten verschiedene Aspekte der aktuellen Krise.

Der Sieg der iranischen Revolution vom Februar 1979 war die Geburtsstunde eines Regimes, das man als Unikat in der Weltpolitik bezeichnen kann. Es war das erste Mal in der Geschichte der islamischen Welt, dass der (schiitische) Klerus die Staatsführung übernahm. Die Revolution veränderte das Gesicht Irans, des Nahen Ostens und der Weltpolitik. Iran unter dem Schah war nach Israel der engste und zuverlässigste Verbündete Amerikas in der Region. Der Schah sorgte als »Gendarm« am Persischen Golf für Ruhe und Ordnung und sicherte die freie Energiezufuhr im Sinne des Westens. Mit seinen langen Grenzen zur Sowjetunion diente er ebenfalls als Bollwerk gegen Moskau. So gesehen hat der Sturz der Monarchie die gesamte Machtkonstellation im Nahen Osten durcheinandergewirbelt und ein Regime hervorgebracht, das ideologisch und sicherheitspolitisch zu Amerikas weltweit ernstestem Kontrahenten mutierte. In diesem Kontext ist die Verärgerung der USA gegenüber den Ayatollahs zu verstehen.

Das Herrschaftssystem der Islamischen Republik

Die Islamische Republik basiert auf dem Prinzip der Velayat-e Faqih (Herrschaft des Rechtsgelehrten). Dies ist ein Novum in der schiitischen Geschichte, das Ayatollah Khomeini einführte. Denn nach der schiitischen Doktrin ist jede Herrschaft in der Abwesenheit des erwarteten 12. Imam Mahdi, der seit 941 in Verborgenheit lebt, illegitim. Die verfassungsmäßig verankerte Velayat-e Faqih verleiht dem Religionsführer uneingeschränkte Machtbefugnisse, die ihn de facto über die Verfassung stellen.

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