11.02.2009

»Es wäre optimal, mir den Meistertraum zu erfüllen«

Dirk Nowitzki glaubt trotz des holprigen Saisonstarts noch an den NBA-Titel mit den Dallas Mavericks

Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks spielten nur eine durchwachsene erste Saisonhälfte in der nordamerikanischen Basketballliga NBA. Vor dem All-Star-Game am Sonntag in Phoenix (2 Uhr in der Nacht zum Montag, live im ZDF) spricht der 30-jährige Würzburger über Wechselgerüchte, die Finanzkrise und die Hoffnung, endlich den ersten großen Titel zu gewinnen.

Herr Nowitzki, wie fällt das Fazit der bisherigen Saison aus?
Nowitzki: Wir hatten viele Höhen und Tiefen und leider ein bisschen Verletzungspech. Jason Terry brach sich im letzten Spiel die Hand und wird wohl für dreieinhalb Wochen ausfallen. Das tut weh, weil er bis jetzt eine tolle Saison gespielt hat. Das müssen wir irgendwie verkraften. Am Donnerstag haben wir noch ein Superspiel gegen Titelverteidiger Boston, und dann freue ich mich auf Phoenix.

Ist das All-Star-Game eine Last oder überwiegt die Freude, dabei zu sein?
Es ist schon mein achtes Mal und nach wie vor die größte Ehre, die Mavericks und ihre Fans zu vertreten. Natürlich wären ein paar freie Tage auch nicht schlecht. Nach dem langen Sommer mit der Olympiaqualifikation und den Spielen in Peking hatte ich höchstens drei Wochen Pause.

Ist nach den bisherigen Leistungen nur noch die Play-off-Teilnahme ein realistisches Ziel oder auch der NBA-Titel möglich?
Wir sind noch mittendrin im Play-off-Kampf, weil andere Mannschaften auch verloren haben. Bis jetzt war es kein tolles Jahr, aber wenn wir in der zweiten Hälfte der Saison ein paar Spiele hintereinander gewinnen, können wir sogar noch ganz nach oben schauen. Wegen den Verletzungen ist es schwer zu sagen, wo wir stehen. Wenn wir gesund sind und gut verteidigen, können wir jeden schlagen. Das haben wir schon gezeigt.

Würden Sie zu einem anderen Team wechseln, wenn dadurch Ihre Chancen auf den Titel steigen?
Ich habe noch einen Vertrag bis 2011, und den würde ich sehr gerne erfüllen. Die Meisterschaft ist mein Ziel, seitdem ich in Dallas bin. Wenn ich den Titel mit einem anderen Team gewinnen würde, wäre das nicht dasselbe. Seit zehn Jahren arbeiten wir hart, und ich habe viel Schweiß und Herzblut hier reingesteckt. Daher wäre es optimal, wenn ich mir meinen Meisterschaftstraum bei den Mavericks erfüllen könnte.

Haben andere Teams Interesse an Ihnen gezeigt?
Es schwirren jedes Jahr viele Gerüchte umher in dieser Liga. 95 Prozent davon bleiben auch nur Gerüchte. Ich habe gelernt, sie zu ignorieren und mich auf ein Spiel zu konzentrieren. Alles andere liegt sowieso nicht in meiner Hand.

Sie sind jetzt seit zehn Jahren in der NBA. Ist immer noch die gleiche Leidenschaft im Herzen?
Ja. Ich habe jedoch inzwischen mehr Erfahrung, in ein paar Spielen zwickt es mehr, und manchmal fehlt ein bisschen die Motivation. Aber wenn der Ball im Spiel ist und die Zuschauer laut sind, macht es wieder genauso viel Spaß wie vorher. Ich hoffe, dass mein Körper noch vier, fünf, vielleicht sogar sechs Jahre mitspielt.

Auch an der NBA ging die Finanzkrise nicht spurlos vorüber. In vielen Städten sind die Hallen nur noch halb voll. Inwiefern spüren Sie die Krise persönlich?
Niemand hat keine Verluste gemacht. Da hätte man schon ganz schön clever sein müssen. So ist bei jedem das Portfolio etwas geschrumpft, aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Die Amerikaner sehen das positiv. Es kann ja auch nur besser werden.

Was muss passieren, damit Dirk Nowitzki im Sommer in Polen bei der Basketball-EM doch dabei ist?
Darauf konzentriere ich mich im Moment nicht. Bundestrainer Dirk Bauermann kommt Ende Februar nach Dallas. Dann werden wir uns zusammensetzen, aber die Entscheidung fällt erst im Sommer. Wenn es eine lange Saison wird, glaube ich nicht, noch genug Kraft und Energie für die EM zu haben. Wenn wir wieder in der ersten Runde verlieren, ist alles möglich.

Aufgezeichnet: Oliver Händler

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