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Von Elfi Schramm 17.02.2009 / Gesund leben

Blutdrucktest an Arm und Bein

Ärzte fordern Routineuntersuchungen älterer Menschen zur Erkennung von Gefäßkrankheiten

Der Schlaganfall ist in den westlichen Industrieländern eine der häufigsten Gefäßerkrankungen. Ärzte empfehlen eine Routineuntersuchung, um seine Vorboten besser erkennen zu können.

Schlaganfall, Herzinfarkt und die periphere arterielle Verschlusskrankheit – auch »Schaufensterkrankheit« genannt – sind hierzulande die häufigsten Gefäßerkrankungen. Zwischen den genannten Krankheitsbildern gibt es zahlreiche Parallelen im Hinblick auf Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie, da es sich immer um Manifestationen einer systemischen Arteriosklerose in verschiedenen Gefäßprovinzen handelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt einen Blutdrucktest an Arm und Bein, um Gefäßerkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Durch den einfachen rechnerischen Vergleich des Blutdrucks an Arm und Bein lässt sich eine bestehende periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der Beine erkennen, so der Kardiologe und Internist Prof. Dr. med. Harald Darius vom Vivantes Klinikum Berlin. Bei dem Test misst der Arzt zunächst den Blutdruck an der Wade, knapp oberhalb des Fußgelenkes. Diesen »Knöchel-Wert« teilt er durch den Blutdruck des Armes. Das Ergebnis ist der Knöchel-Arm-Index, ABI genannt. Liegt der Wert des Beines deutlich niedriger als der des Armes, liegt eine Gefäßerkrankung vor. Unterstrichen wird diese Tatsache, wenn der ABI unter 0,9 liegt. In diesem Fall handelt es sich um eine Durchblutungsstörung der Beine, die ohne diesen Test oft lange unbemerkt bleibt. Erst in späteren Stadien empfinden die Betroffenen Schmerzen in den Beinen, die sie zu regelmäßigen Pausen zwingen – deshalb »Schaufensterkrankheit«.

Der Knöchel-Arm-Index ist kein neuer Test. »In der Praxis wird er aber viel zu selten durchgeführt«, klagt Professor Dr. med. Curt Diehm vom Klinikum Karlsbad. In einer speziellen Studie – getABI-Studie genannt – haben der Gefäßspezialist und weitere Forscher die Vorteile des Tests belegt. Bei 6880 Patienten hatte jeder fünfte untersuchte Senior über 65 eine arterielle Verschlusskrankheit, die nach Meinung der Experten »eine der wichtigsten Markerkrankungen für eine koronare Arteriosklerose und das damit assoziierte Risiko für Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod« ist.

Nach Meinung von Darius ist das Sterblichkeitsrisiko für Menschen mit diesem Krankheitsbild sogar größer als für Diabetiker. Die jüngsten Ergebnisse aus der Studie belegen außerdem, dass die Lebenserwartung älterer Menschen dadurch verkürzt wird. In den ersten fünf Jahren der Nachbeobachtung starben 12,9 Prozent der Patienten mit Diabetes und 17,5 Prozent der Menschen mit PAVK. Lagen beide Krankheiten vor, betrug die Sterberate sogar 28,2 Prozent.

Die Experten fordern daher Reihenuntersuchungen vor allem bei älteren Menschen mit diesem schnellen und einfachen Test. Eine frühe Diagnose und die umfassende Behandlung von Risiken, die eine arterielle Verschlusskrankheit begünstigen, könnten vor den Folgen wie einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt schützen. Die Patienten werden damit vor Behinderungen bewahrt und ihr Leben verlängert.

Generell haben zahlreiche Interventionsstudien demonstriert, dass die Einstellung auf einen optimalen Zielblutdruck Voraussetzung für eine wirkungsvolle Senkung von Herzinfarkten, Herzinsuffienz, Schlaganfall und Niereninsuffienz darstellt. Jeder Patient mit Blutdruckwerten über 140/90 mmHG ist einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen ausgesetzt. Kann dieser Wert auf Dauer gesenkt werden, bedeutet das eine eindrucksvolle Senkung der Sterblichkeit, so der Vorsitzende der DGIM, Prof. Dr. med. Rainer Kolloch von der Universität Münster.

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