Die Bündnisstaaten der Bolivarianischen Alternative für Amerika (ALBA) haben die Einführung einer gemeinsamen Währungseinheit beschlossen.
Die Zukunft heißt Sucre: Bei ihrem Gipfeltreffen einigten sich die ALBA-Staaten Venezuela, Kuba, Bolivien, Nicaragua, Honduras und Dominica am Donnerstag in Cumaná (Venezuela) darauf, den Sucre als gemeinsame Verrechnungseinheit einzuführen.
»Der Sucre wird die Diktatur des Dollars beenden«, erklärte Venezuelas Präsident Hugo Chávez. Zumindest im Wirtschafts- und Währungsraum der Bündnisstaaten der Bolivarianischen Alternative für Amerika soll dies so sein. Alsbald soll der Sucre (Sistema Único de Compensación Regional de Pagos, kurz Sucre) als gemeinsame Verrechnungseinheit eingeführt werden.
Gegen Ende 2009 wird zunächst in einer Testphase durchgeführt, ab 2010 wird er als Zahlungsmittel beim Handelsaustausch dienen. Vorbild des Sucre ist der Euro. Doch bis die Menschen auf den Straßen mit Münzen und Scheinen in Sucre bezahlen können, wird es noch dauern. An dem Gipfeltreffen in Cumaná hatten auch Ecuador und Paraguay mit Beobachterstatus teilgenommen. Ecuador könnte bald beitreten, der Karibikstaat St. Vincent und die Grenadinen hat die Aufnahme in das Bündnis beantragt. ALBA war 2004 von Venezuela und Kuba als Alternative zur von den USA geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA ins Leben gerufen worden. Das Treffen diente auch der Vorbereitung des fünften Amerika-Gipfeltreffens der 34 Staats- und Regierungschefs der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) vom 17. bis 19. April in Trinidad und Tobagos Hauptstadt Port of Spain, an dem auch US-Präsident Barack Obama teilnimmt.
Boliviens Präsident Evo Morales und sein Amtskollege Hugo Chávez kündigten an, das US-Wirtschafts-embargo gegen Kuba zu einem zentralen Thema in Trinidad zu machen. Gleichzeitig erklärte Chávez, er werde gegen die Abschlusserklärung des Amerika-Gipfels stimmen. Kubas Staatspräsident Raúl Castro forderte, die OAS in ihrer jetzigen Form müsse verschwinden. Kuba war 1962 auf Druck der USA aus der OAS ausgeschlossen worden.
Die Forderung der USA nach einer demokratischen Öffnung Kubas bezeichnete Chávez als »Ohrfeige« für die Karibikinsel und ganz Lateinamerika. Die Forderung der USA zeige einen »Mangel an Respekt«.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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