Klaus Bellin 11.05.2009 /

Ein Protokoll des Niedergangs

Christoph Links dokumentiert das Schicksal der DDR-Verlage

Bücher gibt's so viele wie noch nie, auch in Leipzig. Die Läden randvoll: Bestseller, Taschenbücher, das Aktuelle. Das Angebot erreichte mittlerweile das Zehnfache des Jahres 1989, aber der Ruf, eine Buchstadt zu sein, ist längst verloren. Die Messe, die sich glücklicherweise behauptet hat und alljährlich im März zum großen Spektakel lockt, kann nur schwer den Kahlschlag verdecken, der das ehemalige Buchzentrum zu einem bedeutungslosen, marginalen Standort machte. Die Verlage, die hier mal residierten, viele seit altersher, viele mit großem Namen und großer Tradition, sind entweder dicht gemacht worden oder weggezogen. Reclam, unter Hans Marquardt ein Haus mit spannendem, immer wieder überraschendem Programm und hoher Buchkultur, ist nur noch in Ditzingen bei Stuttgart zu finden, wo man den Marquardtschen Anspruch nicht kennt. Verschwunden die Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, der Paul List Verlag, Edition Leipzig, Brockhaus oder der Verlag Enzyklopädie, und zuletzt hat auch noch der Insel Verlag angekündigt, sich aus der Stadt, in der er einst gegründet wurde, zurückzuziehen. Übrig blieben vier Verlage. Leipzig, Nummer eins der Buchstädte, rangiert damit abgeschlagen auf dem 16. Platz, noch hinter Göttingen, Saarbrücken und Heidelberg.

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