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Von Harald Neuber 05.06.2009 / Kolumne

Die Fehler von gestern

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) kämpft gegen ihre eigene, düstere Vergangenheit. Mit ihrem Angebot zur Wiederaufnahme Kubas in die 1948 gegründete Regionalorganisation hat sie am Mittwoch einen historischen Fehler korrigiert, der nie zu begründen war. Selbst die Vertreter der Obama-Regierung stimmten gegen die Politik ihrer neun Vorgänger. Man wolle sich auf die Zukunft konzentrieren, nicht auf die Vergangenheit, sagte Außenministerin Hillary Clinton.

Daran tut Washington wahrlich gut. Denn während Kuba 1962 auf US-amerikanisches Betreiben wegen vermeintlicher Verstöße gegen demokratische Regeln der OAS verwiesen wurde, machte Paraguays damaliger Diktator Stroessner Jagd auf Linke und andere Demokraten, die seinen Interessen – oder denen Washingtons – im Weg standen. Als wenige Jahre später weitere Massenmörder Südamerika mit Terror überzogen, stand das offenbar im Einklang mit dem Demokratiemodell, das Washington für seinen »Hinterhof« bestimmt hatte.

Wenn sich Barack Obama nun eines Besseren besinnt, weist das weniger auf Einsicht denn auf Pragmatismus hin. Lateinamerika hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend gewandelt. Die OAS steht als Relikt der Vergangenheit im Schatten neuer regionaler Bündnisse wie der Bolivarischen Alternative oder der Südamerikanischen Staatenunion. Die USA aber sind zunehmend isoliert. In Washington – dem Sitz der US-Regierung und der OAS – wird man sich dessen offenbar bewusst. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass man heute aus den Fehlern von gestern lernt.

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