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Polizeimassaker in Peru

Mehr als 30 demonstrierende Ureinwohner im Landesnorden getötet

Von Jürgen Vogt, Buenos Aires

In Peru sind am Wochenende bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen indigenen Demonstranten und der Polizei mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Während die peruanische Regierung den Tod von drei Zivilisten offiziell bestätigte, schwankt die Zahl der dabei getöteten Indianer nach den Berichten der lokalen Medien jedoch zwischen zehn und 25. Die blutigen Auseinandersetzungen hatten am Freitagmorgen begonnen, als peruanische Spezialeinheiten in der Nähe des Ortes Bagua im Nordosten des Landes mit der Räumung einer von indigenen Demonstranten errichteten Straßenblockade anfingen. Bei der Aktion kamen elf Polizisten ums Leben, rund 150 Menschen wurden verletzt.

Im Laufe des Samstags besetzten die indianischen Demonstranten daraufhin eine Ölstation der staatlichen PetroPerú. Acht Regierungsgebäude sollen in Brand gesteckt worden sein. Bei der Besetzung waren 38 Polizisten von den Indigenen festgesetzt worden.

Bei einer Befreiungsaktion durch Einheiten der peruanischen Streitkräfte kamen neun der festgehaltenen Polizisten ums Leben. 22 Polizisten wurden befreit, über den Verbleib der restlichen sieben herrscht noch Unklarheit. Auch die Zahl der dabei getöteten Indianer ist nicht bekannt.

»Unser Land ist das Opfer einer subversiven Aggression von denjenigen, die keine Wahlen gewinnen können und die Entscheidungen durch Gewalt herbeiführen wollen«, kommentierte Staatspräsident Alan García Perez die Ereignisse. Führende Vertreter von Indígena-Verbänden warfen Alan García und seiner Regierung dagegen Völkermord vor. Nach ihren Aussagen gingen die Spezialeinheiten der Polizei bei der Räumungsaktion am Freitag brutal und mit dem Einsatz von Schusswaffen gegen die friedlich demonstrierenden Indígenas vor, die zudem von einem Hubschrauber aus beschossen wurden.

Der Vorwurf der Regierung, die indigenen Demonstranten selbst hätten Schusswaffen eingesetzt, was durch die von Kugeln getöteten Polizisten schließlich bewiesen sei, wurde von den Indígenavertretern zurückgewiesen. Die Demonstranten verfügten gar nicht über Schusswaffen, und die Polizisten seien durch Querschläger und das wilde und brutale Vorgehen der eigenen Kollegen getötet worden, so die Antwort.

Die indígenen Gemeinschaften protestieren bereits seit April mit unterschiedlichen Aktionen gegen die Umsetzung eines Freihandelsabkommen mit den USA. Sie wehren sich gegen die darin gemachten Zugeständnisse an transnationale Unternehmen bei der Ausbeutung der Bodenschätze in ihren Lebensräumen. Die Proteste in der peruanischen Amazonasregion halten derweil weiter an. Bei der Ortschaft Yurimaguas blockieren die indigenen Demonstranten weiterhin die Landstraße.

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