Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Tobias Riegel
03.07.2009

Metaphern des Wandels

Ephraim-Palais begeht Jahr der Grafik mit drei parallelen Ausstellungen

Emma Stibbon, »Straße des 17. Juni«
Emma Stibbon, »Straße des 17. Juni«

Auf diesen Bildern trägt Berlin Schwarz. Düster und schemenhaft, aus der Ferne nahezu fotorealistisch, aus der Nähe teils wild zerkritzelt, tauchen auf Emma Stibbons meist mit Kreide und / oder Tusche kreierten »StadtLandschaften« Ikonen der Hauptstadt auf: Olympiastadion, die Schalterhalle in Tempelhof, das Graffito »Die DDR hat's nie gegeben«, der Brunnen der Freundschaft, ein Treppenhaus oder die Straße des 17. Juni. Die Exposition mit Werken der englischen Grafikerin ist eine von drei parallelen Ausstellungen, mit denen das Ephraim-Palais das aktuelle Jahr der Grafik begeht und die gestern eröffnet wurden.

Im zweiten Stock des pittoresken Baus in Mitte werden mit dem Hans-Meid-Preis ausgezeichnete Buchillustratoren gezeigt, im dritten Geschoss warten die widersprüchlichen Werke des Altmeisters und Weltstars Tomi Ungerer, der mit Kinderbüchern, erotischen Geschichten oder abgründigsten Schockgrafiken mit teils radikalen politischen Botschaften eine beeindruckende Themenpalette bearbeitet hat. Alle drei Ausstellungen werden bis 4. Oktober zu sehen sein.

»Wir wollen ja nicht nur konservieren«, erklärt Museumsdirektor Dominik Bartmann in Anspielung auf die etwa 100 000 Blatt an Grafiken, die das Stadtmuseum Berlin mittlerweile gehortet hat. »Sondern auch immer wieder den Bezug zum Heute herstellen.«

Das gelingt mit Stibbons Werken, bei denen man oft das Gefühl hat, die Motive bereits von aktuellen Pressefotos zu kennen. »Stibbon nutzt diese Geschichtsikonen als Metapher für den Wandel der Stadt«, so der Leiter der grafischen Sammlung und Kurator der Stibbon-Schau, Andreas Teltow. Emma Stibbon, die ähnliche Studien von Armenien und Leipzig schuf, kommt immer wieder nach Berlin zurück. »Hier sind viele historische Brüche noch sichtbar – das fasziniert mich«, erzählt sie. Neben den urbanen Skizzen zeigt ein Extraraum nicht weniger eindrucksvolle, flirrende und luftige Naturlandschaften.

Einem Wechselbad der Gefühle sieht man sich angesichts der Grafiken des Enfant Terrible des Genres , Tomi Ungerer, ausgesetzt. Ein anonymer Privatsammler aus Frankreich hat die mit leichter Hand gezeichneten Blätter mit den putzigen Kätzchen, der prickelnden oder schrägen Erotik und dem beißenden Zynismus ausgeliehen. Zentrum dieser Ausstellung sind 30 apokalyptische Illustrationen zu Claude Mollards Text »TGW«. Die Menschen ist hier zu einem hörigen Schneckenwesen unter religiös-faschistischer Knute mutiert.

Die dritte Schau bietet einen umfassenden Überblick über das Schaffen der Hans-Meid-Preisträger für Buchillustration seit 1994. Grafikfreunde sollten also viel Zeit mitbringen.

3.7. bis 4.10., Ephraimpalais, Poststraße 16, Tel.: 24 00 21 62

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken