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Die Ferien sind da! Schüler der Friedrichshainer Blumen-Grundschule verabschieden die Sechst-Klässler.
Foto: Winkler
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Es begann mit einem Bündnis. Von einigen Couragierten aus der Taufe gehoben, dient es dem Zweck, allen Kindern unabhängig vom Geldbeutel der Eltern interessante und erlebnisreiche Ferien zu ermöglichen. Inzwischen hat das in Berlin einzigartige Marzahn-Hellersdorfer Projekt »Feriensommer« für Furore gesorgt und wird von manchem Bezirk neidvoll beäugt.
Fakt ist: Wenn morgen die Ferien beginnen, braucht kein Kind in Marzahn-Hellersdorf gelangweilt auf der Straße herumzuhängen. Dafür sorgt ein weitgestricktes Netz von Einrichtungen und Vereinen. »Vielfältige Aktionen und spannende Abenteuer können die Mädchen und Jungen erwarten«, kündigte jüngst Jugendstadträtin Manuela Schmidt (LINKE) an und stellte ein 300 Angebote umfassendes Programmheft vor. Allein zwölftausend Exemplare wurden bei der gestrigen Zeugnisausgabe an alle Grund- und Sonderschüler verteilt. »Wir wollten sicher gehen, dass sich jedes Kind informieren kann«, sagt Ina Herbell vom Kinder- und Jugendbüro, das federführend das Projekt organisiert. Das in jede Westentasche passende Heft ist vollgespickt mit Veranstaltungen. Das reicht von der Wasserparty im Haus Babylon über Spaßolympiade bis hin zum Picknick auf dem Kienberg. Darüber hinaus können sich die Kinder auf Exkursionen ins Tierheim, in den Marzahner Erholungspark oder ins Kindercamp freuen. Zudem warten zahlreiche Klubs und Einrichtungen in allen Stadtteilen mit einer Fülle sportlicher Angebote auf. »Es werden auch Turnhallen ihre Türen öffnen und Übungsleiter die Kinder betreuen«, sagt Schmidt und dankte den Sponsoren, die zum Gelingen des Vorhabens beitrugen.
Den Ausschlag für die Kampagne gab die wachsende Armut. »Viele Familien können sich keine Reisen oder Ausflüge leisten«, erklärt die Jugendstadträtin. Die Hälfte der Kinder im Bezirk sei davon betroffen. Das Problem sei, Hartz-IV-Empfänger hätten keinen direkten Anspruch auf einen Hortplatz und die Teilnahme an der Ferienbetreuung, erläutert sie. Anlass für Manuela Schmidt, das Bündnis vor fünf Jahren zu initiieren. Das Konzept sei aufgegangen, wenn es auch jedes Mal ein Kraftakt gewesen sei, Sponsoren zu gewinnen. »Das Projekt hat noch einen weitreichenderen Effekt«, ergänzt Petra Pau (LINKE), Vizepräsidentin des Bundestages, die zum Förderkreis der Kampagne gehört: »Kinder, die mangels Fahrgeld sonst aus ihrem Kiez nicht herauskommen, haben die Möglichkeit, alle Stadtteile kennen zu lernen. Nicht zuletzt erhalten sie Anregungen, aus denen ein Hobby werden kann«, ist sie überzeugt. Gründe für die Partner, das Projekt weiter voranzutreiben.
Infos zum Programm: Telefon 933 94 66 oder www.kijubue.de
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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