10.08.2009

Verständigung im Streit auf Madagaskar

Binnen 15 Monaten soll gewählt werden

Maputo (AFP/dpa/ND). Durchbruch bei den Krisengesprächen für Madagaskar: Nach drei Verhandlungstagen einigten sich die Konfliktparteien auf eine Übergangsregelung für den afrikanischen Inselstaat. Nach der putschähnlichen Machtübernahme Mitte März durch den ehemaligen Discjockey Andry Rajoelina sieht die Vereinbarung die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung durch Neuwahlen innerhalb von 15 Monaten vor. Ein entsprechendes Abkommen wurde am frühen Sonntagmorgen unterzeichnet.

Rajoelina beugte sich dem Druck der Verhandlungspartner und gab dem von ihm abgesetzten Präsidenten Marc Ravalomanana durch eine Amnestie die Chance zur Rückkehr nach Madagaskar. Der mit Hilfe meuternder Soldaten entmachtete Ravalomanana betonte jedoch, er werde sich aus der Politik zurückziehen. Er war im Juni wegen »Interessenkonflikts im Amt« im Zusammenhang mit dem Kauf eines Regierungsflugzeugs in Abwesenheit zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

An den Gesprächen in der mosambikischen Hauptstadt Maputo nahmen auch die beiden ehemaligen madagassischen Präsidenten Didier Ratsiraka und Albert Zafy teil. Die Verhandlungen wurden von Mosambiks früherem Präsidenten Joaquim Chissano geleitet. Er war von der regionalen SADC-Staatengruppe, der auch Madagaskar angehört, als Vermittler ernannt worden.

Rajoelinas Regierung stand unter Druck, da am 16. September ein Ultimatum der Afrikanischen Union (AU) abläuft und dann Sanktionen gedroht hätten. Zudem sollten wichtige internationale Handelsvergünstigungen wegfallen.

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken