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Kaum Nazi-Flashmobs für Heß

Massive Polizeipräsenz und Gegendemonstrationen

Berlin (epd/ND). Die bundesweit angekündigten Flashmobs von Neonazis zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß sind überwiegend ausgeblieben. Die Polizei in Sachsen-Anhalt verhinderte am Montagabend nach eigenen Angaben mit »massiver Präsenz« geplante Aktionen an sieben Orten. In dem Bundesland waren Kundgebungen zum Heß-Todestag generell verboten. In zahlreichen anderen deutschen Städten ließen sich trotz Ankündigungen keine Rechtsextremisten blicken. Dafür kam es zu Gegendemonstrationen.

»Flashmobs haben wir kaum registriert«, sagte die Journalistin und Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke am Dienstag dem epd. Dafür hätten sich aber in ganz Deutschland Gegendemonstranten formiert. In Bremen, Osnabrück und Oldenburg habe es Proteste gegen Rechtsextremismus gegeben. »Nazis wurden dort nicht gesehen«, bilanzierte Röpke.

Auf einem Internet-Portal waren Neonazis zum Todestag von Heß (1894-1987) für Montagabend zu »Flashmobs« aufgerufen worden – spontanen Kurzaktionen, die in der Regel online organisiert werden. Bundesweit waren an mehr als 100 Orten Aktionen geplant.

Eine NPD-Kundgebung in Wernigerode (Sachen-Anhalt) wurde untersagt. In Altenburg in Thüringen dagegen versammelten sich 200 Neonazis zu einem Aufzug zum Todestag von Heß. Dabei handelte es sich allerdings um eine angemeldete Demonstration und nicht um eine Spontanaktion.

In der rechtsextremen Szene sei der Plan zu Flashmob-Aktionen nicht unumstritten gewesen, sagte Röpke. Teilnehmer hätten verhaftet werden können. »Vor den anstehenden Landtags- und Bundestagwahlen wollen viele Nazis nicht riskieren, straffällig zu werden.« Doch zukünftig könnten die Flasmobs nach Röpkes Einschätzung für Neonazis wichtiger werden. »Vor allem im Zusammenhang mit sozialen Themen.« Bei Heß passe so eine Form nicht. »Der ist unter den Nazis ein zu großes Heiligtum. Da gibt es eher eine Mahnwache oder Fackelzüge.«

In Dresden versuchten Neonazis, während eines Wolkenbruchs auf den Theaterplatz zu gelangen.

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