Coca-Cola-Abfüllanlage in Berlin-Hohenschönhausen
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Betriebsrat und NGG haben sich mit der Konzernspitze auf Konditionen zur Umsetzung der vom Arbeitgeber schon für Ende März 2009 vorgesehenen Stilllegung geeinigt. Ein Teil der betroffenen Beschäftigten geht in das Vertriebslager von Coca Cola in Kaiserslautern und kann mit einem Einkommensbestandsschutz sowie mit Beschäftigungssicherheit bis Ende 2012 rechnen. Weiter können alle bisher in der Abfüllung Tätigen einen Arbeitsplatz im 65 Kilometer entfernten Coca-Cola-Werk Mannheim übernehmen. Danach ist für zwei Jahre jede weitere Versetzung ausgeschlossen. Der Konzern übernimmt die Aufwendungen für die Wohnungssuche und bezuschusst anfallende Kosten für den Umzug bis zu 4000 Euro, für die Renovierung der neuen Wohnung bis zu 3000 Euro sowie für Neuanschaffungen bis zu 1300 Euro für die Betroffenen. Wer nicht nach Mannheim umziehen will, bekommt für den Mehraufwand als Pendler bis zu 6500 Euro jährlich. Wochenendpendler erhalten Zuschüsse für eine Zweitwohnung. Wer mit Aufhebungsvertrag ausscheidet, kann eine Abfindung in Höhe von 150 Prozent dessen erwarten, was im bestehenden Sozialplan für betriebsbedingte Kündigungen vorgesehen ist.
»Wäre es nach uns gegangen, dann hätte das profitable Werk Kaiserslautern komplett erhalten bleiben können. Die Beschäftigten waren dazu bereit, sich weiterhin überdurchschnittlich zu engagieren. Allein Coca Cola bestand hartnäckig auf der Stilllegung der Abfüllung und damit letztlich auch auf dem Abbau von Arbeitsplätzen an diesem Standort«, erklärte der regionale NGG-Sekretär Holger Winkow nach Abschluss der Verhandlungen. Der Kampf habe sich trotzdem gelohnt. Ohne das unermüdliche Engagement der Beschäftigten und ihrer Familien hätte der Konzern die Zugeständnisse nicht gemacht. »Sofortiges Aufgeben wäre der falsche Weg gewesen. Wir haben gemeinsam versucht, die Interessen der Beschäftigten zu wahren«, so Winkow.
Den Coca-Cola-Beschäftigten in der Pfalz fehlten beim Einsatz für die Erhaltung der Abfüllanlage weder Mut noch Ausdauer. Noch Mitte Juli hatten sie zusammen mit ihren Familien eine symbolische »Belagerung« des Betriebes organisiert. Dabei hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) ihnen öffentlich seine Solidarität versichert. Auch Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine hatte den Widerstand unterstützt und sich in einem Brief an die Konzernspitze in Atlanta (USA) gewandt. Nachhaltige Rückendeckung erfuhr die Belegschaft aus der ganzen Region, aus anderen krisengeschüttelten Betrieben wie dem Autobauer Opel und dem Nähmaschinenhersteller Pfaff und vom Fußballklub 1. FC Kaiserslautern. Dass der Elan nicht erschöpft war, zeigt auch die Tatsache, dass für die kommenden Wochen eine Mahnwache vor der Weltzentrale in Atlanta geplant war. In ähnlichen Fällen hatten sich solche Aktionen als entscheidend für die Standorterhaltung erwiesen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen.
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