Seit gestern tourt eine Castor-Attrappe auf durch zwölf Städte, heute startet eine Traktorkolonne aus Gorleben nach Berlin, nächste Woche veröffentlicht Greenpeace Zahlen zur Subventionierung der Atomenergie – auch wer sich nicht für das Thema Atomkraft interessiert, kommt nicht mehr daran vorbei. Schlag auf Schlag gibt es seit Wochen immer neue Nachrichten, Umfragen, Protestaktionen, die alle das Eine sagen: Der Atomausstieg muss kommen. Keine Frage: Die Anti-Atom-Bewegung ist kampagnenfähig. Bei kaum einem anderen Thema ist die Wirtschaftslobby mit einem so starken Gegengewicht konfrontiert.
Die Atomkraftgegner sind zahlreich, gut vernetzt und professionell gemanagt von Kampagnenmachern wie den Netzwerken »campact« oder »ausgestrahlt«. Diese verknüpfen die vielen Einzelstimmen zu einem kraftvollen Chor und lassen ihn anschwellen zu einem Kulminationspunkt: die Demonstration am 5. September in Berlin. Sicher: Dass SPD und Grüne den Atomausstieg zu ihrem Wahlkampfthema gemacht haben, ist dabei nicht unbedeutend. Proteste und Wahlkampfversprechen verpflichten die Parteien, die Atomlaufzeiten nach der Wahl nicht zur Verhandlungsmasse zu machen. Und für Union und FDP gibt es die schöne Emnid-Umfrage: Demnach ist auch eine Mehrheit ihrer Wähler für den Atomausstieg. Rütteln sie daran, tun sie das allein für die Atomlobby. Und das weiß dann auch jeder nach der Kampagne der letzten Monate.
20:00 Uhr, Berlin
Preis: 7,95 €
Preis: 14,90 €