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Von Steffen Schmidt 14.09.2009 / Umwelt
aufgefallen

Intrigante Experten

Konzertierte Angriffe auf Gentech-Skeptiker

Glaubt man manchen Politikern und Forschern im Bereich der Pflanzenbiotechnologie, dann gibt es ein geradezu verschwörerisches Meinungskartell gegen die Erforschung und Anwendung der Pflanzengentechnik. Tatsächlich erreichen wissenschaftliche Studien, die auf bestimmte Risiken des flächendeckenden Anbaus gentechnisch veränderter Nutzpflanzen hinweisen, oft ein größeres Medienecho als solche, die versichern, alles sei harmlos. Der Grund ist allerdings weder eine Verschwörung noch die mancherorts vermutete Wissenschaftsfeindlichkeit. Viel eher ist es die Vermutung, dass bei Studien von Insektenkundlern und Ökologen mit größerer Wahrscheinlichkeit unabhängige Informationen herauskommen als bei den von der interessierten Industrie veranlassten Sicherheitsstudien.

Ein Bericht des der Wissenschaftsfeindlichkeit unverdächtigen britischen Journals »Nature« (Bd. 461, S. 26) von Anfang September bestärkt solche Annahmen. Denn darin wird geschildert, wie in einer konzertierten Aktion Wissenschaftler aus der Pflanzengentechnik und aus der Saatgutindustrie eine Kampagne von Leserbriefen und Gegengutachten gegen eine Fachveröffentlichung in den »Proceedings« der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS, Bd. 104, S. 16204) vorgegangen sind. In dem PNAS-Papier ging es um die Möglichkeit, dass das Wachstum von Köcherfliegenlarven in Flüssen, die durch Felder mit sogenanntem Bt-Mais fließen, beeinträchtigt wird. Dieser Mais enthält das Insektengift des Bacillus thuringiensis, und die Fliegenlarven ernähren sich zum Teil von Pflanzenresten dieses Maises, die ins Wasser fallen. Da wurde in Briefen an die staatlichen Geldgeber der Studie schon mal der Vorwurf des Wissenschaftlichen Fehlverhaltens erhoben. Wie »Nature« berichtet, sind es nicht selten die gleichen Autoren, die solche für das weitere Schicksal junger Wissenschaftler unter Umständen verheerende Briefe verfassen. Vertrauen erweckt das nicht.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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