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Von Hajo Obuchoff 18.09.2009 / Sport

Sägen an Rapolders Stuhl

Berlin und Cottbus wollen Auswärtspunkte

Für Unions Kenan Sahin ist die Reise ans Deutsche Eck zum Auswärtsspiel gegen TuS Koblenz eine Fahrt in die Vergangenheit. Vor zwei Jahren noch kickte er hier mehr schlecht als recht. In Berlin-Köpenick indes ist Sahin regelrecht aufgeblüht. Schon drei Tore aus fünf Spielen zieren sein Konto. Bei den Koblenzern wäre er damit sehr willkommen. Mit nur 4 Toren und drei Punkten stehen die Gastgeber vor dem heutigen Spiel im Stadion Oberwerth auf dem 16. Tabellenrang. Für Union ist das kein Grund, sich sicher zu fühlen. »Nach dem Tabellenstand sind wir zwar der Favorit, aber auf die leichte Schulter nehmen dürfen wir dieses Spiel auf keinen Fall«, warnt Trainer Uwe Neuhaus. »Gegen diesen hoch motivierten Gegner müssen wir einmal mehr an die Schmerzgrenze gehen.«

Für Koblenz' Trainer Uwe Rapolder steht viel auf dem Spiel. Die jüngsten Misserfolge rufen nicht nur bei den Fans Unmut hervor. Und Rapolder ist lange genug Trainer, um zu wissen, wie sich das Sägen am Trainerstuhl anhört. Deshalb hatte er diese Woche seine Mannschaft ins Kurztrainingslager gerufen. Vor allem die Anfälligkeit seines Teams gegen schnelle Konter will er abstellen. »Wir müssen uns berappeln«, sagt er.

Die »Eisernen« aus Köpenick können sich trotz des Fehlens von Hüzeyfe Dogan und Dominic Peitz, die noch nicht wieder hundertprozentig fit sind, auf ein gefestigtes und eingespieltes Team stützen. Besonders Unions Offensivabteilung mit Mosquera und Benyamina, aber auch Sahin ist nur schwer ausrechenbar. Dagegen zeigte die Abwehr mit vier Gegentoren im Spiel gegen Paderborn letzten Sonntag ungeahnte Schwächen.

Cottbus möchte heute Abend bei den Paderbornern nach der bitteren Heimniederlage gegen Karlsruhe viel gutmachen. Vor allem die Cottbuser Abwehr sollte gegen den Tabellenvierzehnten auf der Hut sein. Mit Mahin Saglik haben die Gastgeber einen Torjäger, der gegen Union gleich zweimal traf.

Energie-Trainer Frank Wollitz lässt sich von der Aufregung in seinem Umfeld noch nicht beirren: »Ich ändere nie ohne weiteres nach einer Niederlage die Aufstellung.« Spielerisch kann Cottbus mit den Gastgebern mithalten. Wenn das junge Team selbstbewusst genug auf den Platz geht, sollte die Scharte vom Montag ausgewetzt werden können.

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