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18.09.2009

Merkel will Autokanzlerin bleiben

Regierungschefin kündigt bei IAA-Eröffnung weitere Hilfen an / Umweltverbände kritisieren Konzerne

Überschattet von der schweren Krise und von heftigen Auseinandersetzungen über hohe CO2-Emissionen, hat die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) begonnen.

Frankfurt (ND-Stenger/dpa). Mit der Ankündigung weiterer Hilfen für die deutsche Autoindustrie insbesondere bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Frankfurt am Main die 63. IAA eröffnet. Die Messe, die bis Ende kommender Woche ihre Tore geöffnet hat, steht unter dem Motto »Erleben, was bewegt«.

Nach den Bundestagswahlen möchte sich Merkel mit Industrievertretern zu einem Autogipfel treffen. Es gehe darum, das Potenzial Deutschlands als Automobilnation des 21. Jahrhunderts so weit wie möglich auszuschöpfen, sagte sie. Ein solches Vorgehen könne zwar protektionistisch anmuten, aber: »Das ist etwas, was anderen Ländern auf der Welt auch nicht völlig fremd ist.« Merkel bekräftigte zugleich ihre Unterstützung für die deutsche Autobranche in der Klimaschutzdebatte innerhalb der EU. »Es kann nicht sein, dass wir in einer freiheitlichen Welt die Größe des Autos vorschreiben und normieren«, sagte Merkel. Der Verkehrsclub Deutschland hatte jedoch Anfang der Woche eine Studie veröffentlicht, laut der deutsche Hersteller beim Spritverbrauch nach wie vor deutlich schlechter dastehen als die europäische Konkurrenz. Angesichts der massiven Kritik an den Autokonzernen sagte der Chef des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, bei der IAA-Eröffnung, es sei der Anspruch der deutschen Industrie, in Sachen umweltfreundlicher Mobilität Avantgarde zu sein. »Modelle deutscher Konzernmarken fahren hier ganz vorne mit.«

Der Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Werner Reh, nannte die Aussagen des VDA-Chefs »vollkommen unglaubwürdig«. Die Hersteller präsentierten in Frankfurt eine Modellpalette, die den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht gerecht werde. Man setze »weiter auf große, schwere und übermotorisierte Fahrzeuge«. Das Ankündigen von alternativen Antrieben und Elektromobilen reiche nicht, so Reh in einer Erklärung.

Ferdinand Dudenhöffer vom Institut für Automobilwirtschaft der Universität Duisburg-Essen hält eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 für realistisch. »Wir können es schaffen, aber da brauchen wir mehr Engagement.« Das von Merkel bei der IAA angekündigte Konjunkturprogramm II nannte Dudenhöffer »lächerlich«. »Sie hat 500 Millionen ausgegeben für Elektromobilität für die Zukunft und sie hat fünf Milliarden ausgegeben für die Abwrackprämie – für ein Programm von vorgestern.« Seiten 6 und 9

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