Seine Befürchtungen begründete der polnische Chefdiplomat vor allem mit den jüngsten russisch-belarussischen Manövern an Polens Ostgrenze. Dort hatten Luftlande-Einheiten, die von mehreren hundert Panzern unterstützt wurden, die Besetzung gegnerischer Küstenstriche geübt. Zwar war der Gegner namentlich nicht benannt worden. Militärexperten behaupteten jedoch, für die Übung sei im Raum Kaliningrad ein Gelände ausgewählt worden, das der polnischen Ostseeküste sehr ähnlich sei. Auch habe laut Manöver-Legende eine Rebellion der polnischen Minderheit in Belarus den Anlass für die Invasion geliefert.
Russland reagierte empört auf Sikorskis Äußerung. Derartige Erklärungen, warnte Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma, in einem Interview für Radio »Echo Moskwy«, seien unannehmbar, sie könnten die russisch-polnischen Beziehungen belasten. Polen versuche, seine inneren Probleme auf dem Wege der Dämonisierung Russlands zu lösen. Faktisch habe Sikorski die NATO aufgerufen, die in den 90er Jahren mit Russland getroffenen Abmachungen zu revidieren. Darin verpflichtete sich der Pakt, auf dem Territorium seiner Neumitglieder keine nennenswerten Truppen zu stationieren.
Derzeit sind die USA in Polen daher offiziell mit ganzen sechs Militärangehörigen präsent. Auch hatte US-Präsident Barack Obama Mitte September angekündigt, die geplante Stationierung von Teilen des Raketenabwehrsystems in Mittelosteuropa werde auf 2015 verschoben. Polen und Tschechien, so versprach US-Außenministerin Hillary Clinton, blieben jedoch die wichtigsten Kandidaten für die Aufstellung von Bodensegmenten des neuen Raketenschilds. Durch den aber sieht Moskau sich bedroht.
Polnische Ängste vor dem einstigen großen Bruder und das Hickhack um die Raketenabwehr sind nicht die einzigen Probleme im russisch-polnischen Verhältnis. Für Verstimmung sorgt auch, dass Russland seit 2005 den 4. November als Tag der Einheit und höchsten Nationalfeiertag begeht. Das Datum erinnert an die Vertreibung polnischer und litauischer Okkupanten aus dem Moskauer Kreml im Jahr 1612.
Gott verbiete das jemand seinen Besitz auch mal selbst benutzen moechte!
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