Schnellsuche

Erweiterte Suche

Von Irina Wolkowa, Moskau 06.11.2009 / Ausland

Warschau ruft nach NATO-Truppen

Russland empört über Äußerung von Polens Außenminister Sikorski

Warschau fühle sich von Russland akut bedroht und sähe es daher gern, wenn in Polen NATO-Kontingente zwecks Abwehr einer Aggression aus dem Osten stationiert würden. So Außenminister Radoslaw Sikorski bei seinem Besuch in Washington.

Seine Befürchtungen begründete der polnische Chefdiplomat vor allem mit den jüngsten russisch-belarussischen Manövern an Polens Ostgrenze. Dort hatten Luftlande-Einheiten, die von mehreren hundert Panzern unterstützt wurden, die Besetzung gegnerischer Küstenstriche geübt. Zwar war der Gegner namentlich nicht benannt worden. Militärexperten behaupteten jedoch, für die Übung sei im Raum Kaliningrad ein Gelände ausgewählt worden, das der polnischen Ostseeküste sehr ähnlich sei. Auch habe laut Manöver-Legende eine Rebellion der polnischen Minderheit in Belarus den Anlass für die Invasion geliefert.

Russland reagierte empört auf Sikorskis Äußerung. Derartige Erklärungen, warnte Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma, in einem Interview für Radio »Echo Moskwy«, seien unannehmbar, sie könnten die russisch-polnischen Beziehungen belasten. Polen versuche, seine inneren Probleme auf dem Wege der Dämonisierung Russlands zu lösen. Faktisch habe Sikorski die NATO aufgerufen, die in den 90er Jahren mit Russland getroffenen Abmachungen zu revidieren. Darin verpflichtete sich der Pakt, auf dem Territorium seiner Neumitglieder keine nennenswerten Truppen zu stationieren.

Derzeit sind die USA in Polen daher offiziell mit ganzen sechs Militärangehörigen präsent. Auch hatte US-Präsident Barack Obama Mitte September angekündigt, die geplante Stationierung von Teilen des Raketenabwehrsystems in Mittelosteuropa werde auf 2015 verschoben. Polen und Tschechien, so versprach US-Außenministerin Hillary Clinton, blieben jedoch die wichtigsten Kandidaten für die Aufstellung von Bodensegmenten des neuen Raketenschilds. Durch den aber sieht Moskau sich bedroht.

Polnische Ängste vor dem einstigen großen Bruder und das Hickhack um die Raketenabwehr sind nicht die einzigen Probleme im russisch-polnischen Verhältnis. Für Verstimmung sorgt auch, dass Russland seit 2005 den 4. November als Tag der Einheit und höchsten Nationalfeiertag begeht. Das Datum erinnert an die Vertreibung polnischer und litauischer Okkupanten aus dem Moskauer Kreml im Jahr 1612.

Kommentare zu diesem Artikel

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Mein ND
Login
Umfrage

Leserpreis 2010

Auszeichnung beim ND-Pressefest

Rennsteiglauf

Durch Thüringen laufen

ND bildet eine Mannschaft

Radrennen

Im Mai: Velothon in Berlin

ND bildet eine Mannschaft

Rückblick

Blick ins eigene Blatt

Themen von 1990 - noch aktuell?

Neues aus dem ND-Shop
ND am 01.04.10

Preisskat

Oster-Preisskat am Berliner Sitz von Neues Deutschland

ND am 18.04.10

83. ND-Wanderung

Wir wandern mit Ihnen ins Briesetal.

ND-Probeabo

ND unverbindlich testen

Hier Ihre kostenlose Leseprobe bestellen

ND bei Twitter

Folgen Sie uns!

Nachrichten aus der Online-Redaktion

ND-Newsletter

Täglich gut informiert.

Jetzt hier kostenlos abonnieren!

ND-Shop

Kalender Bildende Kunst

Malerei aus der DDR

 
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Online-Abo

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.