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Von Michael Fleischmann 24.11.2009 / Gesund leben

Ist Pandemrix gefährlich?

Umweltmediziner warnen vor der Schweinegrippeimpfung

Der Berufsverband der Umweltmediziner rät von einer Impfung gegen die Schweinegrippe mit dem verwendeten Impfstoff Pandemrix® ab. Dieser sei »wegen fehlender Sicherheitsnachweise ein erhebliches Gesundheitsrisiko bei Massenimpfungen«. Gleichzeitig hat die Bundesregierung den Hersteller GlaxoSmithKline weitgehend aus der Haftung entlassen.

Umweltmediziner bezweifeln, dass der Impfstoff Pandemrix überhaupt wirksam ist, weil in der Zulassungsphase ein anderer Impfstoff getestet wurde. Dieser hat mit 5,25 Mikrogramm einen um 40 Prozent höheren Anteil an Virusantigen als der schließlich ausgelieferte Impfstoff mit 3,75 Mikrogramm. »Es besteht noch kein Konsens, ob die Impfung einmalig oder zweimalig pro Saison erfolgen soll«, kritisiert Hans-Peter Donate, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Umweltmediziner. Er wirft den Verantwortlichen vor, in der Erprobungsphase den Impfstoff nicht auf etwaige Nebenwirkungen getestet zu haben. Als Ersatzkriterium sei nur der Aufbau von sogenannten Antikörpertitern (Titer ist ein Maß für die Konzentration eines Stoffes) bestimmt worden. Eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts als zuständiger Zulassungsbehörde bestreitet das: »Bei jeder Zulassung werden zuerst die Nebenwirkungen untersucht. Das wäre ja Wahnsinn.« Bei Schwangeren musste sie dagegen einräumen, dass klinische Studien aus ethischen Gründen nicht möglich sind. »Das ist ein Problem.« Studien bei Kindern von unter drei Jahren liegen zwar vor, wurden aber noch nicht offiziell ausgewertet. Gleichzeitig wird gefordert, gerade Schwangere und Kleinkinder als gefährdete Bevölkerungsgruppen schon jetzt bevorzugt zu impfen. Die Umweltmediziner sprechen deshalb von einem »unzulässigen Feldversuch«.

Streit gibt es auch um den Wirkverstärker Squalen, der dem Impfstoff zugesetzt ist. Das Paul-Ehrlich-Institut verweist darauf, dass Squalen in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. »Squalen ist ein natürliches Zwischenprodukt des menschlichen Cholesterinstoffwechsels und Bestandteil der Körperzellen.« Die Umweltmediziner kontern, die Aufnahme durch die Nahrung sei etwas anderes als das Spritzen unter die Haut. »Damit können Autoimmunkrankheiten provoziert und bereits bestehende aktiviert werden«, mahnt Hans-Peter Donate. Squalen werde mit der Entstehung des Gullian-Barré-Syndroms, einer Erkrankung des Nervensystems, in Verbindung gebracht und sei der Auslöser des sogenannten Golf-Krieg-Syndroms. Der Impfverstärker wurde bei den US-Soldaten des ersten Golfkriegs eingesetzt. Auch Soldaten, die zu Hause blieben, bekamen die Golfkriegskrankheit. Sie leiden unter chronischer Müdigkeit, Schmerzen, Gedächtnisverlust und Konzentrationsproblemen. Das Paul-Ehrlich-Institut sieht keinen Zusammenhang zwischen Squalen und der Golfkriegskrankheit.

Squalen aus Nahrungsmitteln wird im Organismus in Membranen eingebaut. Diese dünnen Gewebeschichten würden sich durch die impfbedingte Bildung von Squalen-Antikörpern chronisch entzünden, sagt Donate. Das erkläre Erkrankungen wie das Golf-Krieg-Syndrom, aber auch degenerative Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie Aidskranke sei der Impfstoff ein größeres Risiko als die Schweinegrippe. Die Umweltmediziner machen ihre Kritik am Wirkverstärker auch an Tierversuchen fest, in diesen habe Squalen eine entzündliche Erkrankung der Gelenke ausgelöst. Hans-Peter Donate kritisiert, dass der Impfstoff in Mehrfachdosen-Ampullen ausgeliefert wird. In Einzeldosen-Ampullen wären quecksilberhaltige Konservierungsstoffe wie das in Pandemrix enthaltene Thiomersal überflüssig. Man habe sich für Mehrfachdosen-Ampullen entschieden, um die Bevölkerung möglichst schnell versorgen zu können, begründet die Sprecherin der Zulassungsbehörde. Der Thiomersalgehalt sei nur gering.

Kritik üben die Umweltmediziner auch an der Haftungsregelung, die deutliche Nachteile für Impfgeschädigte hat. Im Falle eines Impfschadens müssen Betroffene nicht gegen den Hersteller, sondern gegen die Bundesregierung und damit gegen den Staat klagen – ein meist ein aussichtsloses Unterfangen.

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