Ein hinduistisches Fest begann am Dienstag im Süden Nepals. Wenn es morgen zu Ende geht, werden die Gläubigen etwa eine viertel Million Tiere wie Büffel, Ziegen, Schafe und auch Vögel geopfert, also abgeschlachtet haben. In dieser Woche feiern zudem die Muslime das sogenannte Opferfest, anlässlich dessen weltweit – auch mitten in Europa – Schafe, Ziegen, Rinder ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden. So will es das religiöse Ritual. Der Wahn, lebende Wesen irgendwelchen Gottheiten zu »opfern«, betrifft heute – von bizarren Ausnahmen abgesehen – »nur noch« Tiere. Dies begünstigt zweifellos die vom britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins beobachtete »Tendenz, wunderliche religiöse Gewohnheiten einzelner ethnischer Gruppen zu glorifizieren und die in ihrem Namen begangenen Grausamkeiten zu rechtfertigen«.
Allerdings hat die säkulare, angeblich aufgeklärte Gesellschaft wenig Grund, solch atavistisches Brauchtum zu verdammen. Allein die Millionen Tiere, die alljährlich in dubiosen Versuchen geopfert werden, verbieten dies. Die britische Fachzeitschrift »BMC Physiology« veröffentlichte jetzt eine Untersuchung, die den Zusammenhang zwischen Autoabgasen und aggressivem Verhalten nachweisen sollte. Dabei mussten Ratten die Emissionen konzentriert einatmen. Blauer Dunst braucht keinen Gott.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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