Stefan Thimmel 02.12.2009 / Ausland

Aus dem Kerker in den Regierungspalast

José Mujica, ein ehemaliger Stadtguerillero, wird Präsident Uruguays

Uruguays künftiger Präsident José »Pepe« Mujica reiht sich mit seinem Wahlsieg vom vergangenen Wochenende in die Riege der linken lateinamerikanischen Präsidenten ein, die auch mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Biografie für einen politischen Neuanfang stehen.

Am 15. März 1985 wurde José Mujica Cordano wieder zu einem freien Menschen. Zigtausende Uruguayer feierten in Montevideo seine Freilassung. 13 Jahre zuvor war er zum wiederholten Male verhaftet worden (das erste Mal 1964 nach einem versuchten Banküberfall), und er verschwand als eine der sogenannten neun »Geiseln des Staates« in den Kerkern der bis 1985 herrschenden uruguayischen Militärdiktatur. Mehrere Jahre lang war er in ein Erdloch eingegraben (»In dieser Zeit habe ich gelernt, dass die Ameisen singen.«), wurde systematisch gefoltert und von einem Ort zum anderen verlegt. Niemand sollte wissen, wo er und seine Mitstreiter eingekerkert waren. Die Militärs hatten öffentlich bekundet, dass alle Geiseln überleben würden, wenn Ruhe herrscht: keine Proteste, keine Demonstrationen, keine bewaffneten Aktionen.

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