Mit Links überleben

Der Verleger Christoph Links über Anfang, Hürden und Erfolge

ND: Vor 20 Jahren wurde der LinksVerlag geboren. Wie kamen Sie in einer Zeit, als Zusammenbruch und Neuanfang, Endzeit- und Aufbruchstimmung das Fühlen und Denken von Millionen Menschen bestimmten, auf die Idee, einen Verlag zu gründen?
Links: Schon im Frühjahr 1989 wollte ich einen unabhängigen Sachbuchverlag unter DDR-Rahmenbedingungen als Genossenschaftsverlag gründen. Also habe ich einen Antrag geschrieben und bin ins Kulturministerium eingeladen worden. Da hat mir dann Klaus Höpcke (damals als Kultur-Vizeminister zuständig für Verlage und Buchhandel – die Red.) doppelbödig lächelnd mitgeteilt, dass es ihm sehr leid täte, aber die Druckkapazitäten und die Papierkontingente der DDR leider nicht reichen würden, um neben den 78 Verlagen noch einen 79. zu genehmigen. Wir wussten beide, dass es weder um Papierkontingente noch um Druckkapazitäten geht, sondern darum, dass die DDR-Oberen dieses lizenzierte Verlagssystem nicht aus der Kontrolle lassen wollten.

Sie haben nicht locker gelassen?
An dem Tage, als die Zensur fiel, am 1. Dezember 1989, habe ich einen zweiten Vorstoß unternommen. Zumal mein Versuch, innerhalb des Aufbau-Verlages eine eigene Sachbuchreihe auf die Beine zu stellen, abgelehnt worden war. Der damalige Verleger Elmar Faber sagte, sein Papierkontingent reiche nicht einmal aus, um ordentlich Christa Wolf zu drucken. Er verstehe Aufbau vor allem als einen literarischen Verlag. Ich wusste von einer Reihe von Journalistenkollegen, Historikern, jungen Wissenschaftlern, dass sie Dinge recherchiert und erarbeitet hatten, die sie nicht publizieren konnten, weil sie in den staatlich kontrollierten Verlagen mit ihren Themen keine Chance hatten.

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