Michael Schulze von Glaßer 19.12.2009 / Inland

Freifahrtschein für Atommüll

Das Zwischenlager in Ahaus erwartet Abfalllieferungen / Behälter aus La Hague kommen erst ab 2015

Das Atommüllzwischenlager im münsterländischen Ahaus wird in den nächsten Jahren Ziel Hunderter Behälter mit strahlendem Abfall sein. Die Transporte aus dem französischen La Hague sollen, anders als bisher angenommen, erst 2015 rollen.

In den nächsten Jahren werden Unmengen Atommüll ins Zwischenlager Ahaus rollen.
Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland bereiten momentan zahlreiche Protestaktionen gegen kommende Atommülltransporte ins Atomzwischenlager Ahaus, rund 45 Kilometer nordwestlich der Stadt Münster, vor – sie werden einen langen Atem haben müssen.

Anfang November erteilte die zuständige Bezirksregierung Münster der antragsstellenden Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) die Genehmigung zur Einlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken für einen Zeitraum von zehn Jahren. Nun darf in Ahaus sogar eine höhere Strahlenmenge als im maroden Versuchsendlager Asse eingelagert werden. Wie kürzlich bekannt wurde, werden bald wohl auch Core-Bauteile – kontaminierte Bauelemente aus dem Innern von Atomreaktoren – aus einer Konditionierungsanlage der GNS in Karlsruhe ins Ahauser-Zwischenlager gebracht. Das erstmals auch Atommüll aus einer GNS-Anlage in Duisburg nach Ahaus transportiert wird, bezeichnete Michael Köbl, Sprecher des Unternehmens, als »ziemlich sicher«. Die ersten Transporte sollen ab Anfang 2010 ins Zwischenlager Ahaus, dessen Betreiber ebenfalls die GNS ist, rollen.

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