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Von Aliki Nassoufis, dpa 15.01.2010 / Berlin / Brandenburg
Brandenburg

Deutsches Rotes Kreuz bereitet Notlazarett vor

200 Kisten werden auf Flughafen Schönefeld für Haiti verladen

Noch werden die Holzkisten mit Zelten, Betten, Verbandsmaterial und Medikamenten in einer langen Lagerhalle am Flughafen Berlin-Schönefeld sortiert und auf Paletten gestapelt. Schon an diesem Freitag soll die mobile Mini-Klinik des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in einen Flieger verladen und am Wochenende ins Katastrophengebiet Haiti gebracht werden. Dort soll sie die medizinische Versorgung von mehreren 10 000 Erdbebenopfern sichern. »Unsere Helfer vor Ort berichten von sehr chaotischen Zuständen sowie zahlreichen Toten und Verletzten«, sagte DRK-Sprecher Fredrik Barkenhammar am Donnerstag. Ein schneller Einsatz der mobilen Gesundheitsstation aus Berlin könne in der weitgehend zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince für viele Menschen überlebenswichtig sein. Die Helfer in der Lagerhalle am Flughafen Schönefeld arbeiteten am Donnerstag daher konzentriert und zügig. Auf langen Listen standen die Artikel, die sie mit Gabelstaplern aus den meterhohen Regalen holten und zum Sammelplatz brachten. Am Abend sollten dort etwa 200 Kisten stehen. Gesamtgewicht des Transports: etwa 20 Tonnen.

»Wir müssen sehr sorgfältig arbeiten«, erklärte der Leiter des DRK-Logistikzentrums Peter Ossowski. »Denn wenn auch nur ein Teil fehlt, kann es sein, dass die gesamte Anlage nicht funktioniert.« So sei etwa ein Stromgenerator extrem wichtig, um zu gewährleisten, dass die Gesundheitsstation autark funktionieren könne. Außerdem ist natürlich wichtig, dass die Hilfe schnell im Katastrophengebiet ankommt. »Wir wissen noch nicht, ob die Maschine direkt in Port-au-Prince landen kann oder wir erst in der Dominikanischen Republik landen und die Hilfsgüter auf dem Landweg weitertransportieren müssen«, erklärte Barkenhammar. Unklar sei auch noch, wo genau die Gesundheitsstation aufgebaut werden könne. »Am besten wären ein Sportplatz oder ein Schulhof.« Ist das geregelt, ist die Mini-Klinik innerhalb eines Tages aufgebaut und einsatzbereit. In sieben großen Zelten können die Helfer aus Deutschland, Haiti und anderen Ländern dann pro Tag bis zu 250 Patienten behandeln – Wunden versorgen, operieren, impfen und Kinder zur Welt bringen. Auf diese Weise werde die medizinische Grundversorgung einer Bevölkerung von bis zu 30 000 Menschen gesichert, sagte Barkenhammar. Insgesamt habe der Einsatz einen Wert von rund 800 000 Euro. Dabei müsse auch beachtet werden, dass die mobile Gesundheitsstation nicht wieder nach Deutschland komme, sondern nach dem Einsatz vor Ort bleibe. Die Helfer stellt ein solcher Einsatz allerdings vor enorme Belastungen. »Einerseits sind sie dafür trainiert und freuen sich, dass sie helfen können«, berichtete Barkenhammar. Immerhin hätten sich beim DRK rund 400 Ärzte, Pfleger und Techniker gemeldet, um im Notfall abrufbereit zu sein. »Anderseits kann es vor Ort sehr belastend sein.« Foto: dpa

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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