Klaus Bellin 16.01.2010 / Essay

Eine Liebe in Kurland

Kurt Tucholsky begegnet der jungen Baltin Mary Gerold

Er, Kurt Tucholsky, hatte viele Frauen. Für Mary Gerold, die nach 1945 ganz allein und mit beeindruckender Energie das Tucholsky-Archiv aufbaute, gab es nur einen Mann: ihn. Sie lernten sich 1917 kennen, heirateten 1924 und trennten sich vier Jahre danach. 1933 wurde die Ehe geschieden. Ihre Beziehung ist reich an Verstörungen und Krisen, ein Auf und Ab aus Glück und Entfremdung. Klaus Bellin erzählt in seinem Buch »Es war wie Glas zwischen uns. Die Geschichte von Mary und Kurt Tucholsky«, das im März im Verlag für Berlin-Brandenburg erscheinen wird, von einer Liebe, die nicht gelebt werden konnte und trotzdem nicht starb.

Kurt Tucholsky im September 1918 in Rumänien / Mary Tucholsky

Der Unteroffizier Kurt Tucholsky ist gleich hellwach. Am 11. November 1917 läuft ihm eine junge Frau über den Weg, die er bisher nicht wahrgenommen hat. Seltsam, dass er sie nicht früher sah. Vor einem guten Monat sind zweihundert Mädchen aus Riga gekommen, »um beim Kriegführen zu helfen«. Er hat es, ziemlich belustigt über diese ungewöhnliche Verstärkung, umgehend dem geschätzten Kollegen Hans Erich Blaich nach Fürstenfeldbruck gemeldet und hinzugefügt: »Sie können sich das Theater vorstellen: man wird an H. Manns ›Kleine Stadt‹ erinnert, wie so alles in den Grundtiefen aufgerüttelt ist. Zum Kullern. Warum lacht man nur immer über die Kaninchen so?«

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