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Von Ingolf Bossenz 16.01.2010 / Kommentar
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Tod in Tirol

Lebende Schweine werden in Schneemassen begraben, in denen sie langsam ersticken respektive erfrieren – beobachtet von Wissenschaftlern, die daraus Informationen über Todesumstände in Lawinen gewinnen wollen. Keine Frage, der Missbrauch von Tieren durch Menschen hat längst nicht alle Tiefen des Abscheulichen ausgelotet. Immerhin wurde das Experiment im Tiroler Ötztal nach Massenprotesten in Österreich sowie im Ausland nach dem Tod von zehn Tieren abgebrochen.

Zur Erinnerung: 2008 saßen in Österreich zehn Tierschützer monatelang in Haft. Wegen mutmaßlicher Anschläge mit Stinkbomben ermittelte damals der Staatsanwalt gegen sie als Mitglieder einer Terrorvereinigung. Was, mit Verlaub, sind dann Institutionen, die solchen widerlichen Horror wie im Ötztal planen und praktizieren? An deren Spitze stand das Wissenschaftsministerium in Wien, das dafür sein Plazet erteilt hatte.

Bei dem tödlichen Test ging es um insgesamt 29 Schweine. 40 Millionen dieser intelligenten und sozialen Tiere werden allein in Deutschland jährlich geschlachtet. Ihre Lebens- und Ablebensumstände sind durchaus mit denen der Versuchstiere vergleichbar. Bereits auf dem Transport zum Schlachthof sterben Hunderttausende an Stress. Der Preis für den Schweinebraten ist kaum weniger pervers als der Tod in Tirol.

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