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Von Tom Mustroph
20.01.2010

Wolke in der Kugel

Installation und Experiment in der Schwerelosigkeit

Wolken, die am Himmel entlangziehen, gelten dem Menschen als poetisch hoch aufgeladene Gebilde. Ihre Herstellung kann zuweilen aber verblüffend simpel sein. In einer Installation der Medienkünstlerin Agnes Meyer-Brandis in den Gebäuden der Schering Stiftung reichen eine brennende Kerze, ein Laserdrucker und ein Staubsauger aus, um in einer Glaskugel die luftigen Schwaden zu erzeugen. Die feinen Staubpartikel der blakenden Kerze und des durch den Druckvorgang aufgewirbelten Toner gelangen in die Glaskugel. Haben sich genügend Teilchen dort angesammelt, erzeugt der Staubsauger einen Unterdruck. Der lässt die Kleinstkörper nach oben steigen, woraufhin sich an ihnen für einen kurzen Moment Wasserpartikel anlagern, die sich zu einer Wolke formieren.

Meyer-Brandis greift mit dieser Installation ein wissenschaftliches Experiment zur Erforschung der Genese von Wolken auf. Gewöhnlich wird dieses Experiment in einem in den Himmel geschossenen Labor durchgeführt. Mit Hilfe eines Parabelflugs, bei dem ein Flugzeug steil in die Höhe steigt und dann bei gedrosselten Triebwerken weiter an Höhe gewinnt, können im Inneren des Fluggeräts Bedingungen hergestellt werden, die der Schwerelosigkeit gleichen und unter denen die Wolkenbildung genauer erforscht werden kann. Meyer-Brandis, die vor ihrem Kunststudium bereits Mineralogie studierte und damit über eine naturwissenschaftliche Ausbildung verfügt, durfte eine Wissenschaftler-Crew in die Schwerelosigkeit begleiten. Ein Video gibt Auskunft über diese Reise. Tritt die Zone der Schwerelosigkeit ein, beginnen alle Gegenstände im Flugzeuginneren zu schweben. Ein Lappen bewegt sich gemessen vor dem Kameraauge vorbei. Menschen in Overalls, die soeben noch an Wänden des Flugzeugs gekauert haben, erheben sich und gleiten elegant über die Sitzreihen. Manch ein Wissenschaftler oder Techniker schlägt einen zeitlich verzögert anmutenden Purzelbaum. Andere konzentrieren sich darauf, was im Inneren der mit in die Höhe genommenen Glasglocke passiert. Hier wird das vorher durch die Schwerkraft gebildete Gleichgewicht außer Kraft gesetzt. Auch hier beginnen die Partikel zu schweben. Wasser dehnt sich nach oben aus und bildet bizarre Formen. Sie machen deutlich, wie sich in höchster Höhe feine Wassertröpfchen an Kerne anlagern und so zum Grundbestandteil von Wolken werden.

Meyer-Brandis künstlerischer Blick auf dieses Experiment im Troposphären-Labor vermischt die Ernsthaftigkeit der Untersuchung mit dem poetischen Ausdruck des Daseins in der Schwerelosigkeit. Der Parabelflug wird zur Parabel für ein von Schwerkraft befreites, federleicht schwebendes und ganz dem Spiel gewidmeten Leben.

Die Ausstellung »Wolken-Kern-Scanner im Troposphären-Labor« zeigt neben Installation und Film noch vertiefendes Material zum Experiment. Das Projekt entstand im Rahmen eines Work Camps des Dock e.V., einem Nachfolger des vor einigen Jahren vom Berliner Senat geschlossenen Medienkunsthauses Tesla. Es bietet bereits einen Vorgeschmack auf das Anfang Februar stattfindende Medienkunstfestival Transmediale, zu dessen erweitertem Programm es bereits gehört. Die Ausstellung in den Räumen der Schering Stiftung wird von einem wissenschaftlichen Vortragsprogramm zur Bildung von Wolken, der Bedeutung dieser Kleinstteilchengemische für den Klimawandel auf der Erde sowie die Entstehung von Planeten überhaupt begleitet.

Wolken-Kern-Scanner im Troposphären-Labor, Schering Stiftung, Unter den Linden 32-34, bis 27.2., Mo – Sa 11 – 18 Uhr.

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