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Barbara Martin, Leinfelden-Echterdingen 22.01.2010 / Gewerkschaftliches

Jobs sichern und mehr verdienen

Baden-württembergische IG Metall beschließt Forderungen für 2010

Die IG Metall im Pilotbezirk Baden-Württemberg will 2010 auf Beschäftigungssicherung setzen. Es müsse aber auch eine Entgeltentwicklung durchgesetzt werde. Große Sprünge sind allerdings nicht zu erwarten.
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Kurzarbeiterregelung verlängern, Arbeitszeit verkürzen und Ausgelernte weiterqualifizieren – so lauten die Forderungen der baden-württembergischen IG Metall für eine Beschäftigungssicherung. Gerade mal zwei Stunden lang tagten etwa 160 Mitglieder der Großen Tarifkommission des größten Landesbezirks, um zu diesem nicht allzu überraschenden Ergebnis zu kommen.

Bereits seit einigen Monaten reden Gewerkschaft und Arbeitgeberverband über Strategien, wie die schwer gebeutelte Metall- und Elektroindustrie durch die Krise kommen könnte. Bevor nun die IG Metall Baden-Württemberg, die in Tarifverhandlungen oft als Pilotbezirk auftritt, an die Öffentlichkeit ging, hatte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer bereits die Marschrichtung der Arbeitgeber ausgegeben: Das anstehende Jahr werde schlimmer als das vergangene, für Tariferhöhungen gebe es keinen Spielraum, die Tarifparteien sollten sich darauf konzentrieren, die Firmen mit ihren Belegschaften zu halten. Dass die Metaller in diesem Jahr kaum gewaltige Lohnforderungen stellen werden, ist auch Jörg Hofmann, dem Bezirksvorsitzenden der IG Metall Baden-Württemberg, klar. Leicht verquer formulierte er: »Wir wissen, dass in diesem Jahr alles stärker zu hinterfragen ist.« Er sagte aber auch: »Die IG Metall will eine Entgeltentwicklung durchsetzen.« Soll heißen: Mehr Geld. Schließlich gebe es zum Einen auch Firmen, denen es gut geht und zum anderen müssten die Beschäftigten gerade der kriselnden Unternehmen schon genügend Einbußen hinnehmen. Ende April läuft der Lohntarifvertrag aus, die Gewerkschaft wird Anfang Februar festlegen, ob man dann in eine vorgezogene Tarifrunde gehen will. Ob vorgezogen oder nicht, es dürfte schwierig werden, die Mitglieder für Lohnforderungen zu mobilisieren, kämpfen doch die meisten in ihren Betrieben derzeit um den Erhalt der Jobs.

Das sei natürlich auch für die IG Metall das Wichtigste, so Hofmann. In den Betrieben führe dieses Thema zunehmend zu Konflikten. Nicht zuletzt weil unklar ist, wie es nach Ende des laufenden Jahres weitergeht. »Um Beschäftigung zu sichern, brauchen wir einen zeitlichen Korridor bis 2012«, sagte der Bezirksleiter und stimmte so mit Kannegießer in der Einschätzung überein, dass die Krise für die Metallindustrie bei Weitem noch nicht überstanden sei. Die Bundesregierung müsse möglichst schnell die Kurzarbeiterregelung über 2010 hinaus verlängern, so Hofmann. Zudem will er Arbeitszeitverkürzung zur Jobsicherung nutzen. Eine 28-Stunden-Woche wäre denkbar. Da der Lohnausfall für die Beschäftigten dann aber relativ hoch wäre (in Baden-Württemberg gilt weitgehend die 35-Stunden-Woche), fordert Hofmann einen Teillohnausgleich. Über die Höhe schwieg er sich aus, meinte aber, dass für diesen Ausgleich die Sozialversicherungsbeiträge von der Arbeitsagentur erstattet werden sollten.

Auch für junge Facharbeiterinnen und Facharbeiter müsse etwas getan werden, sagte Hofmann. Die Übernahme der Ausgelernten werde zunehmend problematischer, deswegen denke die IG Metall über Anschlussqualifizierungen nach der Ausbildung nach. Hofmann: »Das könnte helfen, die kommenden Monate zu überbrücken, wenn man die befristete Übernahme (die im Tarifvertrag festgelegt ist) an die Qualifizierung anschließt.«

In Baden-Württemberg sind nach Einschätzung der IG Metall gut 250 000 Beschäftigte der Branche in Kurzarbeit, das wäre jeder Dritte. Weitere 80 000 seien von Maßnahmen des Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung, also von Arbeitszeitverkürzung, betroffen. Derzeit beschäftige die Metall- und Elektroindustrie im Südwesten etwa 45 000 Menschen weniger als vor einem Jahr.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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