Sie sind Kreuzberger und Berliner aber sie fühlen sich nicht als Deutsche. In Berlin identifizieren sich Muslime stark mit ihrem Kiez und mit ihrer Stadt. Geht es aber um die nationale Identität ist Deutschland das europäische Schlusslicht. Das ergab eine neue Studie »Muslims in Europe« über Muslime in Europa, die am Montag von Mitgliedern des »Open Society Institute« und mit dem Berliner Beauftragten für Migration und Integration, Günter Piening in Berlin vorgestellt wurde. Insgesamt wurden elf europäische Metropolen vergleichend unter die Lupe genommen, darunter auch Berlin.
»Der Bericht zeigt in allen untersuchten Großstädten eigentlich ein sehr positives Bild von Muslimen«, sagte Tufyal Choudhury, der die europaweite Studie durchgeführt hat. Befragt wurden rund 2200 Menschen, davon ist die Hälfte islamischen Glaubens. In Berlin wurde speziell der Stadtteil Kreuzberg untersucht, da »in diesem Bezirk rund ein Drittel der Bevölkerung Muslime sind«, erklärte Nina Mühe, die Verantwortliche für den Berliner Teil der Untersuchung.
»80 Prozent der Befragten fühlten sich stark zu ihrer Nachbarschaft zugehörig, doch nur 25 Prozent sehen sich als Deutsche und nur 11 Prozent glauben, von der Mehrheitsgesellschaft als solche angesehen zu werden«, weiß Nina Mühe. Ganz im Gegensatz zu London beispielsweise, wo sich 72 Prozent als Briten sehen. »Hier spiegelt sich nicht etwa der Integrationsunwillen deutscher Muslime wider, der dieser Bevölkerungsgruppe leider viel zu oft vorgeworfen wird. Das hat vielmehr mit den Folgen einer viel zu spät begonnenen und halbherzig geführten Anerkennungspolitik zu tun«, führte Günter Piening, Integrationsbeauftragter des Senats aus.
Das Gefühl nicht wirklich dazu zugehören, sitzt bei Muslimen in Deutschland tief. Die Zahlen von Einbürgerungen sind europaweit in der Bundesrepublik am niedrigsten. Die Anforderungen sind außerdem sehr hoch. »Hier tut sich Deutschland, vor allem auch mit Mehrfach-Staatsbürgerschaften, viel schwerer als andere Länder in Europa«, sagte Piening. Auch das fehlende Wahlrecht befördere viele Einwanderer ins »Abseits«.
Dennoch zeige die Untersuchung, dass das Leben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen auf kommunaler Ebene gut funktioniere. Werner Schiffauer von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), der an der Studie mitgewirkt hat, betonte, dass erstmals in diesem Bericht die lokale Ebene untersucht worden sei. Die Integrationsdebatten würden immer von der Wahrnehmung auf nationaler Ebene geprägt.
»Die Mehrheit der befragten Muslime möchte in ethnisch und kulturell gemischten Wohngegenden leben. Dass diese Bevölkerungsgruppe unter sich bleiben möchte ist also falsch«, so Schiffauer. Auch der Annahme, muslimische Eltern engagierten sich aus Desinteresse nicht in der Schule ihres Kindes, erteilte Schiffauer eine Absage. Oft seien es Unsicherheit und mangelnde Sprachkenntnisse, die Eltern aus dem »komplexen Gebilde Schule« fernhielten.
Ich weiss nicht inwieweit solche Umfragen die Situation hier widerspiegeln.
Genauere Gruppenbeschreibungen wären da schon interessant.
Dem "Umfagenden" kann es in Kreuzberg ja durchaus passieren, das er ein "Verpiss Disch Du Opfer" zugerufen bekommt. Interessant wäre auch eine Umfrage zum Thema 'Wurden sie in schon einmal wegen ihrer deutschen Nationalität diskriminiert'...
Ich bin Kreuzberger. Hier gibt es "gute" und "schlechte" Türken, "gute" und "schlechte" Deutsche und den Artikel finde ich reichlich unausgegoren.
ich wurde von swr interviewt (in kreuzberg)und alles was hier steht habe ich fast identich vor ca 8 wochen, also es ist schon erschrecken ahnlich. aber das ist noch beim weiten nicht genug. Es gibt vieles hinzuzufugen.
Ihr habt uns Tuerken, Araber, Kurden und meistens die "nicthchristen" lange genug unterdruckt und gleichzeitig auch noch als tater hingestellt, medialer hetzkampagne die Bevolkerung angesetzt. Wir werden mit Bildung und Wissen auf eure Turme klettern, ncih wie ihr das gerne mochtet mit bushidos und sonst was. Seit gefasst die www.36boys.de revolution wird aus kreuzberg ausgehen und euch konkurrenz machen, dann durft ihr euch furchten, im momemt lotst ihr uns noch in eure knaste und ghettos. Faruk sen hat recht, wir sind die neuen juden deutschlands, die sich aber ebenfalls zusammenraufen.
Ein großer Teil der türkischen Einwanderer sind ohne Bildung nach Deutschland ausgewandert. Die gebildete Elite ist in der Heimat geblieben. Diese Menschen hatten in der Türkei keine Zukunft sie haben ihr letztes Hab und Gut verkauft und ihr Glück in Deutschland versucht, damals benötige Deutschland Arbeiter.
Die Türkei konnte dieses Defizit an Bildung lösen, in dem die Kinder ganztags in Schulen unterrichtet wurden. Nicht nur in Mathematik und Türkisch sondern auch in allgemeinen Sozialen Bereichen. Außerdem in Deutschland konnte man noch ohne nennenswerte Schulbildung als Arbeiter noch Geld verdienen. In der Türkei heißt es wenn du nicht Studiert hast lebst du am Existenz Minimum wenn überhaupt. Das motivierte natürlich auch Kinder wie Eltern so guten Abschluss wie möglich zu erreichen. Ferner können die Lehrer auch auf die Eltern eingehen. In der Türkei wird der Lehrer auch hoch angesehen in den Dörfern ist es der Imam und Lehrer. Früher sagte man den Lehrer wörtlich übersetzt (sein Fleisch ist Ihres seine Knochen meins) erziehen sie mein Kind zur/m Frau/Mann.
So konnte Kindern aus Sozial schwachen Familien auch eine Zukunft geben wenn es natürlich die Intelligenz dazu hat. Leider gibt es in Deutschland viele Türken in 2 bzw. 3 Generation die ihren Verwandten in der Türkei nicht das Wasser reichen können. Ich könnte viel darüber schreiben ::.:::::)
Solange Sie, was Sie in Ihrem Kommentar tun, alle Deutschen in einen Topf werfen, sind Sie doch nur blind und ungerecht. Es gibt viele Deutsche, die mit den herrschenden Verhältnissen nicht zufrieden sind, es gibt viele Deutsche, die grundsätzlich keinerlei Probleme mit Menschen türkischer oder sonstiger ausländischer Abstammung haben.
Sie selbst sind Ihren Worten nach allerdings das beste Beispiel dafür, dass unterschiedliche Kulturkreise wahre Einigkeit im Volke nicht zulassen. Was Sie von sich geben, denken, das weiß ich, tatsächlich so manche Türken. Auch wenn wir Anarchistinnen und Anarchisten nichts gegen Menschen anderer Herkunft haben, so haben wir dennoch nichts für Cliquenbildung übrig, die sich gegen den Rest der Gesellschaft richtet. Und wir haben nichts für unmenschliche Religionen und Ideologien übrig.
Insofern haben wir nichts für das sog. Christentum, nichts für das organisierte Judentum, nichts für den organisierten Islam übrig. Wir brauchen keine systematischen Konflikte innerhalb der Gesellschaft, sondern wahre Einigkeit und Geschwisterlichkeit innerhalb der Gesellschaft. Auf der Basis sind uns alle in Deutschland lebenden Menschen willkommen. Alles andere aber dient in Wahrheit denen, die das ganze Volk ausbeuten: "Divide et Impera!", wussten schon die römischen Diktatoren, frei übersetzt: "Sorge für Zwist im Volke, denn dann kannst Du es beherrschen!"
Dem dienen Sie mit Ihrem Verständnis.
Winfried Sobottka, United Anarchists
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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