Irmtraud Gutschke 28.01.2010 / Literatur
Literatur

Blutbad oder Albtraum

Atiq Rahimi: »Stein der Geduld«

Beim Lesen wähnt man sich in einem Zuschauerraum. Wie ein Film spult sich der Roman von Atiq Rahimi vor dem inneren Auge des Lesers ab. Ein anspruchsvolles Werk mit langen Einstellungen und Nahaufnahmen, nur von ganz kurzen Action-Szenen unterbrochen. Dazwischen bleibt die Zeit fast stehen. Im Hintergrund Schüsse. Die ganze Handlung auf ein kahles Zimmer zusammengedrängt. Die Frau, die wir die meiste Zeit sehen: Paraderolle für eine Schauspielerin, die in ihrem Monolog alle Höhen und Tiefen des Gefühls durchspielen kann. Der Mann, der da bewegungslos auf einer roten Matratze liegt: Man könnte ihn für eine Puppe halten und erschrickt umso mehr, als er am Schluss aufspringt. Ein böser Geist, und die Frau umschlingt seine Füße: »Mein seng-e sabur explodiert!... danke, Al-Sabur«

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