(dpa). Der Missbrauchsskandal am Berliner Canisius-Kolleg weitet sich aus. Ein ehemaliger Pater des Jesuiten-Gymnasiums, der heute in Chile lebt, räumte bereits 1991 seine Taten ein, wie »Der Spiegel« berichtet. Der unterdessen 65-Jährige soll sich im Januar in einem Brief an die Opfer gewandt und Reue gezeigt haben. Die Jesuiten kündigten an, den Skandal aufzuklären. Heute wird Ordenschef Stefan Dartmann am Kolleg erwartet. Insgesamt soll es 22 Opfer geben. Der zweite Verdächtige bestreitet die Taten.
Rektor Klaus Mertes kritisierte derweil die katholische Kirche. »Die Kirche leidet an Homophobie. Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden«, sagte Mertes einer Zeitung.
Das Erzbistum Berlin ermittelt auch gegen einen Priester der Gemeinde Heilig Kreuz in Hohenschönhausen. Es kennt den Verdachtsfall seit 2009 und machte ihn wegen der Vorgänge am Canisius-Kolleg öffentlich. Das Verfahren in Rom ist noch nicht abgeschlossen. Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky soll seit Juli 2009 informiert sein.
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