»Viele kehrten der Apartheid den Rücken, Daimler blieb«

Der Jurist Tshepo Madlingozi über die Klage gegen fünf Multis wegen Unterstützung des Regimes in Südafrika

Tshepo Madlingozi ist Juraprofessor an der Universität von Pretoria und juristischer Berater sowie Kampagnenkoordinator der Khulumani Support Group. Die Gruppe (Khulumani bedeutet »Aussprechen« in isiZulu) wurde 1995 parallel zur Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika gegründet. Sie vertritt 58 000 Überlebende und Opfer der Apartheid-Zeit sowie ihre Familien. Ein Bundesbezirksgericht in New York ließ im April 2009 eine Sammelklage von Khulumani-Mitgliedern zu. Die Klage wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen, die bereits 2002 eingereicht wurde, richtet sich gegen Unternehmen, die das Apartheidregime gestützt haben. Die Unternehmen haben Berufung eingelegt. Derzeit prüft ein Berufungsgericht in New York, ob die Klage endgültig zugelassen wird. Die Entscheidung wird in drei Wochen bis spätestens sechs Monaten erwartet. Mit Tshepo Madlingozi sprach für ND Martin Ling.

ND: Sie vertreten den Zusammenschluss der Apartheidopfer »Khulumani Support Group«, der in New York fünf multinationale Unternehmen wegen Unterstützung des Apartheid-Regimes verklagt hat. Warum in New York und nicht in Berlin oder Pretoria?
Madlingozi: Weil unsere Klage auf einer sehr speziellen Rechtsgrundlage beruht: dem Alien Tort Claims Act aus dem 18. Jahrhundert. Dieses Gesetz gestattet es auch nicht-US-amerikanischen Staatsbürgern, vor US-amerikanischen Gerichten gegen Unternehmen zu klagen, die in den USA tätig sind. Das trifft auf die Beklagten Daimler, Rheinmetall, General Motors, Ford und IBM zu.

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