Kabul/Berlin (dpa/ND). Bei Gefechten mit Aufständischen in Nordafghanistan sind drei Bundeswehrsoldaten verletzt und mehrere Angreifer getötet worden. Die zwei Attacken auf deutsche Soldaten ereigneten sich am Mittwochnachmittag fast zeitgleich in der Nähe des Feldlagers in Kundus. Ein Aufklärungstrupp der Bundeswehr wurde nördlich von Kundus mit Handfeuerwaffen angegriffen. Bei dem Gefecht wurden nach ersten Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam »vermutlich mehrere Angreifer« getötet, die Bundeswehrsoldaten blieben unversehrt. Nur wenige Minuten später kam es westlich von Kundus zu einem weiteren Angriff auf einen Bundeswehrtrupp. Dabei wurden drei Soldaten leicht verletzt und im Feldlager medizinisch behandelt.
Nach Beginn der Großoffensive gegen die Taliban in Südafghanistan hat der Gouverneur der nördlichen Provinz Kundus eine entsprechende Operation auch für das Einsatzgebiet der Bundeswehr angekündigt. Die Offensive in Kundus und der benachbarten Provinz Baghlan werde »in naher Zukunft« beginnen und der Operation »Muschtarak« (Gemeinsam) in der südafghanischen Provinz Helmand gleichen, sagte Gouverneur Mohammad Omar am Mittwoch in Kundus. In Helmand gehen seit vergangenem Wochenende 15 000 ausländische und afghanische Soldaten gegen die Aufständischen vor. Die Offensive ist die größte seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001.
Omar rief die Taliban in der Region dazu auf, die Waffen niederzulegen. »Das ist ihre letzte Chance zu atmen, bevor sie aus ihren Gegenden vertrieben werden«, sagte der Gouverneur. »Die Regierung ist entschlossen, im Norden und Nordosten keinen Platz für die Feinde zu lassen.« Die Offensive werde so lange dauern, bis die Taliban vollständig besiegt seien.
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