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Von Ronny Blaschke, Vancouver
26.02.2010

Wunderland des Wintersports

Was Norwegen stark macht

Peter Kirsebom, Jahrgang 1930, macht eine ausholende Handbewegung. Er sagt, wenn man den sportlichen Erfolg der Norweger ergründen möchte, müsse man weit zurückschauen. Als Junge ist er auf Skiern zur Schule gelaufen, manchmal noch Mitte Mai. Nach seinen Hausaufgaben ging er in den Wald zum Langlauf oder zur Schanze, Skispringen war sein größtes Hobby. »Wir wollten hinaus in den Schnee«, sagt Kirsebom, aufgewachsen in Tønsberg, im Südosten Norwegens. »Das Material haben wir uns selbst gebaut. Das konnte damals jedes Kind. Holz hatten wir ja genug.«

Kirsebom, der 1953 nach Kanada übersiedelte, ein freundlicher Herr mit schlohweißem Haar, sitzt im Skandinavischen Zentrum in Burnaby, einer Gemeinde östlich von Vancouver. Auf 250 Quadratmetern treffen sich hier Schweden, Dänen, Finnen und Norweger. Sie veranstalten Ausstellungen und Vorlesungen, sie feiern Feste und verfolgen die Olympischen Spiele. Mehr als 3000 sind vorbei kommen. Auch die Norweger haben ihren Saal, in dem sie Fotos, Urkunden, Antiquitäten verewigt haben.

Irgendwie steht dieser Treffpunkt, 20 Autominuten vom olympischen Trubel entfernt, symbolisch für die Rolle der Norweger bei diesen Spielen: organisiert, unaufdringlich, erfolgreich. 18 Medaillen hatten die Norweger bislang (je sechs in Gold, Silber und Bronze). Platz vier im Medaillenspiegel für eine Nation mit nur 4,8 Millionen Einwohnern. In der »ewigen« Rangliste ist Norwegen Dritter hinter Deutschland und Russland. 99 Athleten starten in Vancouver.

»Langlauf ist bei uns Identität stiftend wie Eishockey in Kanada«, erklärt der Reporter Erik Unaas den Erfolg. »In keinem Land ist er so im Breitensport verankert.« Drei Rennen existieren in Norwegen mit mehr als 12 000 Teilnehmern, das größte ist das 54 km lange von Rena nach Lillehammer mit über 15 000 Läufern. Kinder wollen bekannt werden wie Langläufer Bjørn Dæhlie, Biathlet Ole Einar Bjørndalen oder der alpine Rennläufer Aksel Lund Svindal, der dank Sponsoren umgerechnet 600 000 Euro pro Jahr verdienen soll und in Vancouver einen kompletten Medaillensatz gewann.

Die unerschöpfliche Breite wollen Trainer und Funktionäre zu einer erfolgreichen Spitze verdichten. Die Regierung steuert jährlich 120 Millionen Kronen bei (umgerechnet 15 Millionen Euro). »Wir haben ein verlässliches Netzwerk geschaffen«, sagt Tove Paule, die Präsidentin des Norwegischen Olympischen Komitees. Verbände und Universitäten arbeiten eng zusammen und setzen sportwissenschaftliche Standards. Für jedes Talent soll frühzeitig eine berufliche Zukunft gesichert werden. Ressourcen werden übergreifend genutzt. So arbeitet die ehemalige Handballerin Marit Breivik in Vancouver ebenso im olympischen Trainerstab wie der einstige Radfahrer Atle Kvølsvoll. Das Wunderland Norwegen hat viele Facetten.

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