|
Historische Freundschaft Iran-Afghanistan bekräftigt: Präsidenten Ahmadinedschad und Karsai bei ihrem Treffen in Kabul Foto: AFP
|
Kabul (dpa/ND). »Wir sehen in der Anwesenheit militärischer Kräfte in Afghanistan keine Lösung für Frieden«, sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt Kabul. »Wir sehen die Lösung für Frieden in Afghanistan darin, dass das Land von einer legitimen Regierung regiert wird, und wir haben immer versucht, die legitime Regierung Afghanistans zu unterstützen.« Der afghanische Präsident Hamid Karsai nannte Iran einen historischen Freund Afghanistans.
Ahmadinedschad konterte den Vorwurf der USA, Iran spiele ein doppeltes Spiel in Afghanistan, mit den gleichen Worten an die Adresse der Regierung in Washington. »Warum können diejenigen, die sagen, dass sie den Terrorismus bekämpfen wollen, keinen Erfolg vorweisen«, sagte er. »Ich glaube, der Grund ist, dass sie ein doppeltes Spiel spielen.«
Die US-Soldaten seien aus einem Land »12 000 Kilometer entfernt« nach Afghanistan gekommen. Der iranische Präsident stellte infrage, ob es den US-Amerikanern in der Region tatsächlich um den Kampf gegen den Terrorismus gehe. »Wenn ihr aus anderen Gründen gekommen seid, dann habt Mut und sagt es wie ein Mann.«
Am Montag hatte US-Verteidigungsminister Robert Gates in Kabul erklärt, Iran spiele ein doppeltes Spiel und versuche, die Anstrengungen der USA für Stabilität in Afghanistan zu untergraben. Ahmadinedschad sagte am Mittwoch: »Iran spielt keine Rolle darin, Afghanistan zu destabilisieren, sondern darin, Frieden nach Afghanistan zu bringen.« Teheran habe immer an der Seite der Regierung in Kabul und des afghanischen Volkes gestanden.
Es ist Ahmadinedschads erster Besuch in Afghanistan, seit er und Karsai bei jeweils umstrittenen Wahlen im vergangenen Jahr im Amt bestätigt wurden. Ahmadinedschad sollte bereits am Montag nach Kabul kommen, die Reise wurde aber verschoben. Unklar blieb, ob die Terminänderung mit dem Gates-Besuch am Montag zusammenhing.
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Militärbasis im Südosten Afghanistans sind mindestens fünf Soldaten getötet worden. Bei dem Angriff in der Provinz Paktika auf ein Camp afghanischer und ausländischer Truppen seien am Mittwoch zudem mehrere Menschen verletzt worden, sagte Polizeichef Daulat Sadran. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Am Dienstagabend waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Basis in der ostafghanischen Provinz Chost zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden. ISAF machte keine Angaben zur Nationalität der Opfer.
Der deutsche Diplomat Martin Kobler wird künftig als zweiter Mann der Vereinten Nationen in Afghanistan tätig sein. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannte Kobler zum stellvertretenden UNO-Sondergesandten in Kabul, wie sein Sprecher Martin Nesirky mitteilte. Kobler wird sich unter dem Schweden Stafan De Mistura vor allem um politische Aufgaben, Fragen zu Frieden und Stabilität in Afghanistan sowie um die Menschenrechte kümmern. De Mistura hatte offiziell am 1. März die Nachfolge des Norwegers Kai Eide angetreten. UNO-Angaben zufolge hält sich Kobler derzeit noch zur Einweisung in New York auf.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
NATO sucht Geld für Afghanistan Aufbau einer Armee soll Abzug ermöglichen
Preis: 100,00 €
Preis: 15,90 €
Werbung:
Werbung: