Von Uwe Kraus, Quedlinburg
13.04.2010
Kulturbeitrag

Editha, Burgen und ein Osterspiel

In Sachsen-Anhalt wurde der Romanikpreis 2009 verliehen. Ein Sonderpreis ging nach Querfurt

Mit dem undotierten Romanikpreis des Landes Sachsen-Anhalt sind am Sonnabend in Quedlinburg mehrere Initiativen und einzelne Personen für ihren Einsatz für Tourismus und den Erhalt von Baudenkmälern geehrt worden. Einen mit 10 000 Euro verbundenen Sonderpreis verlieh das Wirtschaftsministerium an die Burg Querfurt.
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Am Wochenende wurde im Quedlinburger Palais Salfeldt der Romanikpreis 2009 und der Sonderpreis des sachsen-anhaltischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit 2010 verliehen. Damit würdigen der Tourismusverband Sachsen-Anhalt und das Wirtschaftsministerium Initiativen an der »Straße der Romanik«. Der Landesverband der FDP stiftete zum 15. Mal die Goldmedaille dafür.

Die 1000 Kilometer lange Route, die 80 Klöster, Schlösser, Kirchen und Burgen umfasst, entwickelte sich seit 1993 zu einer der zehn bedeutendsten Tourismusstraßen Deutschlands. 2009 hat sich die Besucherzahl laut Ministerium um weitere zehn Prozent erhöht. »Sachsen-Anhalt ist mehr als nur das Land Luthers und der Romanik, sondern auch ein Land der Ideen«, erklärte die FDP-Landesvorsitzende Cornelia Pieper. »Doch ohne die vielen ehrenamtlichen Mitstreiter hätten sich die 1,55 Millionen Gäste 2009 hier nicht so gut aufgehoben gefühlt.«

Aus den 30 Vorschlägen für den Romanikpreis wählte die Jury Caroline Vongries und Manfred Cuno als Preisträger der Goldmedaille. Druckereibesitzer Cuno wird für sein langjähriges Engagement für Projekte rund um die Straße der Romanik geehrt. Vongries habe mit ihrem Buch »Editha – Die starke Frau an Ottos Seite« eine interessante, spannende und aufschlussreiche Handreichung für die heutigen »Fans« der Königin Editha und solche, die es noch werden wollten, geschrieben. Damit leiste sie einen wertvollen Beitrag, die Stadt Magdeburg als wichtigsten Ort der »Straße der Romanik«, ihre Geschichte seit dem frühen Mittelalter und ihre gegenwärtigen Bemühungen, ihr kulturhistorisches Erbe zu wahren, einer breiten Öffentlichkeit vertraut zu machen. Der mit 10 000 Euro dotierte Sonderpreis ging an die Burg Querfurt für ihre Sonderausstellung »Der heilige Brun von Querfurt – Friedensstifter und Missionar in Europa« und würdigt so kommunale Initiativen für Projekte rund um die Markensäule »Straße der Romanik«.

»Die Ausstellung fügte den europäischen Gedanken und die Straße der Romanik zusammen, sie verband Baulichkeit und Menschen«, sagte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). Als einer von 36 000 Besuchern dieser Sonderschau war er begeistert von der Präsentation der einzigartigen Ausstellungsstücke. Als bemerkenswert würdigte er, dass diese Exponate von Museen, Archiven, Kirchengemeinden, Diozesen und Bistümern aus fünf europäischen Staaten kamen und deren Botschafter an der Ausstellungseröffnung teilnahmen.

Silbermedaillen gingen an Volker Stephan für seine außerordentlichen Leistungen um die romanische Basilika der Stiftskirche der Augustiner-Chorherren St. Nikolaus in Beuster und an die Evangelische Kirchengemeinde »Sankt Cyriakus« Gernrode. Dort wird seit 1989 jährlich am Ostersonntag um 6 Uhr das »Gernröder Osterspiel« aufgeführt. Die diesem zugrunde liegenden Pergamenthandschriften aus dem Jahr 1502 waren lange Zeit verschollen, bis sie im Jahr 1972 in einem Berliner Archiv entdeckt wurden.