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Humboldt zählte zu den Bewunderern der Unabhängigkeitsbewegung

Der Historiker Michael Zeuske zu den 200-Jahr-Feiern in den Ländern Lateinamerikas

Michael Zeuske, 1952 in Halle/Saale geboren, war von 1992 bis 19
Michael Zeuske, 1952 in Halle/Saale geboren, war von 1992 bis 1993 Professor für allgemeine Geschichte, vergleichende sowie spanische und iberoamerikanische Geschichte an der Universität Leipzig. Seit 1993 arbeitet er als Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte an der Universität Köln. Er ist unter anderem Autor des Sachbuchs »Globalgeschichte der Sklaverei. Menschen als Ware gestern und heute.« (Rotpunktverlag, Zürich 2009). Mit ihm sprach ND-Mitarbeiter Harald Neuber.

ND: Herr Zeuske, Lateinamerika begeht in diesen Wochen das 200-jährige Jubiläum seiner Unabhängigkeit von den europäischen Fremdherrschern. Eduardo Galeano, der uruguayische Essayist und Autor des Standardwerkes über den Kolonialismus »Die offenen Adern Lateinamerikas« sagte unlängst aber, der Kampf um diese Unabhängigkeit habe »gerade erst begonnen«. Müssen die Festakte abgesagt werden?
Zeuske: Nein, auf gar keinen Fall. Dann werden wir Historiker der Unabhängigkeit ja arbeitslos für die nächsten 15 Jahre, denn die Unabhängigkeitskriege und -revolutionen dauerten ja mindestens von 1810 bis 1825 an. Aber Spaß beiseite, keinesfalls wird einer der lateinamerikanischen Staaten, von Kolumbien vielleicht einmal abgesehen, die Feiern absagen und sollte es auch gar nicht. Denn Geschichte geht in Etappen voran und die Independencia von damals ist schon so etwas wie ein Präludium der heutigen Auseinandersetzungen um Selbstbestimmung und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Es ist ein Kampf um Unabhängigkeit, bei dem viele Aufgaben anstehen, die in der ersten Unabhängigkeit abgewürgt, nicht gelöst oder auch in den 180 Jahren danach nicht angegangen worden sind.

Haiti erkämpfte 1804 seine Unabhängigkeit, im nahen Kuba wurde eine Art nationalstaatlicher Souveränität erst 1902 erreicht. Puerto Rico ist bis heute nicht eigenständig, sondern unter US-Dominanz. Weshalb diese Unterschiede?
Haiti oder, vor 1804, Saint-Domingue war schon vor dem Beginn der Sklavenrevolution von 1791 globalisierter als, sagen wir, große Teile Deutschlands heute. Die ursprünglichen Bewohner waren ausgerottet, die Sklavenbesitzer und ihre Personal, rund zehn Prozent, und die 90 Prozent Sklaven waren alle Immigranten, die meisten natürlich Zwangsimmigranten. Saint-Domingue, die Perle der französischen Karibik, galt bis zur Sklavenrevolution weltweit als das erfolgreichste Wirtschaftsmodell der damaligen Stufe der Globalisierung. Die Sklaven, ehemaligen Sklaven und freien Farbigen aber erkämpften 1804 für sich und ihre Familien die Freiheit, die sie für richtig hielten, und brachen mit der liberalen Globalisierung. Die kubanischen Eliten und in gewissem Sinne auch die von Puerto Rico setzten daraufhin auf den Zuckerboom und Massensklaverei, zusammen mit der Kolonialmacht Spanien, denn die europäischen Märkte schrieen nach dem Zusammenbruch der »Modellwirtschaft« Saint-Domingue/Haiti nach Zucker. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu Allianzen von weißen und farbigen Kubanern und Portoricanern, die die Unabhängigkeit von Spanien in langen Kämpfen erreichten. Beide Inseln wurden aber danach im ersten imperialistischen Krieg der USA besetzt. Von Kuba mussten die Truppen der Weltmacht wieder abrücken, seit 1960 ganz und gar. In Puerto Rico sind sie geblieben.

Mehrere Staaten Lateinamerikas und der Karibik streben in diesem Moment der Geschichte eine, wie es heißt, »zweite Unabhängigkeit« an. Worin soll sie bestehen?
Meiner Meinung nach in der Lösung einer Reihe von strukturellen Problemen, die die Entwicklung der lateinamerikanischen Staaten wie Bleianker an die Kolonialzeit binden. Ich denke da zum Beispiel an die Agrarfrage, an den impliziten Rassismus und an die enormen sozialen Hierarchien, wobei sich »oben« fast immer »weiße« Nachkommen von Konquistadoren, Spaniern, Europäern oder Nordamerikanern befanden. In den Unterschichten aber finden sich die Nachkommen von Indios, Negros, Pardos und Mulatos. Ich benutze hier bewusst die Sprache der kolonialen Kastengesellschaft, die Sprache mag sich heute geändert haben, die sozialen Hierarchien sind noch ganz präsent. Diese Grunddilemmata ziehen eine ganze Latte von Problemen nach sich: Arbeit, Bildung, Gesundheit, Rente etc. Und von der wirtschaftlichen Fremdbestimmung durch transnationale Konzerne und Banken des Nordens brauchen wir wohl nicht zu reden.

Stehen Venezuelas Präsident Hugo Chávez und das Staatenbündnis ALBA also in einer Reihe mit den antikolonialen Kämpfen?
Sie sind die legitimen Erben.

Erklärt sich so die Reaktion in den Industriestaaten?
Ja, sicher, aber sie resultieren auch aus Manipulation der Visualisierung durch Medien.

Dabei sah Alexander von Humboldt die Souveränitätsbewegung in Lateinamerika einst mit Begeisterung, generell war das Echo auch in der preußischen Presse positiv. Wie erklären Sie sich die heute bestehende tiefe Kluft des Unverständnisses zwischen dem Norden und dem Süden?
Die südamerikanischen Liberalen – das waren sehr progressive Leute – hatten Verfassungen und Republiken, welche von den Liberalen in Europa auch angestrebt wurden, schon erreicht, als es nach 1818 in Europa fast nur Neoabsolutismus gab. Das hat Humboldt schon bewundert wie viele andere aus der preußischen Elite. Die Europäer glaubten auch, dass sich aus progressiven Staats- und Verfassungsformen zwangsläufig höhere Wirtschaftsleistung und Stabilität ergeben müssten. Die Nord-Süd-Hybris von Nordamerikanern und Europäern hat sich erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Bis dato hielten sich die Eliten für gleich.

In den vergangenen 200 Jahren hatten die Nachkommen der Ureinwohner nur wenige Rechte. Nun sind sie wesentliche Träger des Wandels in Lateinamerika. Ist das eine neue Qualität?
Ja, in einigen Gebieten scheint die »lateinische« Phase in der Geschichte »Latein«-Amerikas ihrem Ende entgegenzugehen. »Latein«-Amerika als Gesamtbezeichnung für das ehemalige Spanisch-Amerika ist ja in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Intellektuellen der neuen Republiken Südamerikas geschaffen worden, um ihre Nähe zum »lateinischen« Europa, den katholischen Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien und Portugal, zu betonen und ihre Fremdheit gegenüber »angelsächsischen« Länder wie England und USA. Die Kulturen ihrer »eigenen« Unterschichten zählten dabei wenig. Spanisch als Sprache wird aber wohl noch lange Staatssprache bleiben.

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8 Kommentare zu diesem Artikel

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  • OBJZ, 19. Apr 2010 04:04

    Der Unabhaengigkeitskampf in einer neuen Phase!

    Morgen werden brasilianische Baufirmen ihre Bewerbung fuer das Belo Monte Hydroelektrikprojekt einreichen. Das Vorhaben ist riesig und umstritten denn eine Gegend und seine Einwohner wuerden mit Veraenderungen rechnen muessen. Doch auch die 190 Millionen Brasilianer hoffen auf eine weitere Verbesserung ihre Lebensbedingungen - darunter erschwingliche und umweltreine Hydro-Elektrizitaet. Heute hat Brasilien die Mittel dieses Projektes selbst zu finanzieren und die fremden "Kapitalmaerkte" koennen jetzt keine weitere Wirtschaftsprojekte in Brasilien sabotieren. Aber eine interessante Vereinigung von "Hollywood Stars" und oestreichischen katholischen Priestern und anderen "Organisationen" bestehen darauf sich in die wirtschaftlichen und sozialen Entschluesse der brasilianischen Regierung einzumischen und entfachten eine internationale Medienoffensive gegen dieses Hydroelektrikprojekt. --- Der "Hegemon" und seine "Partner" verlassen sich heute nicht mehr nur auf "Schutztruppen" sondern auch auf "fuersorglische und seelsorglische" Organisationen - fuer die "Vollspektrumbeherrschung", kurz: "Soft War" (Weicher Krieg). --- Doch 2010 ist nicht 1970 als Eduardo Galeano in seinem Werk noch ueber General Motors Macht in Brasilien schrieb: General Motors is pleite und Brasilien steht mit China, Russland und Indien fuer eine "Veraenderung" auf der Weltbuehne! --- Puerto Rico ist ein interessantes Land - von 1493 bis 1898 eine Kolonie Spaniens, seit dem ein "Besitz" der USA: Bundesrericht: "Puerto Rico gehoert zu aber ist nicht ein Teil der Vereinigten Staaten", der U.S. Congress nennt es "terrioritaler Besitztum", die Presse meint "Commonwealth" ("Zusammenschluss"), die Puertoricaner nennen es "Angefuegter Freistaat" - aber sich selbst nennen sie sich "Boricuas" nach den Taino-Arawak Indianer von welchen die Mehrzahl etwas Abstammung haben . Die Videos von "Verde Luz" (alle verschiedene) werden "alles" erklaeren:" Gluehendes Gruen von Berg zu See..."

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  • lemmyCaution1, 19. Apr 2010 15:01

    selten so gelacht...

    ... wie sieht denn diese wirtschaftliche Unabhängigkeit aus...
    In Venezuela ist die Abhängigkeit vom Erdöl stärker als nie (93%). Jahrzehntelange Ankündigungen mit Weißrussischer Hilfe Traktoren zu bauen oder mit iranischer Hilfe Peugeots der 80er Jahre waren bislang immer ein Schuß in den Ofen. Nur dank der vergleichsweise hohen Rohstoffpreise gelingt es diesen durchgeknallten Regimen ein wenig länger an der Macht zu bleiben als Peron, Alan Garcia in den 80ern oder anderen Pausen-Clowns der Region.
    Mit den Oberschichts-Charakteren der Unabhängigkeit wie Bolivar, Santander, San Martin, Artigas, etc. hat der "Zambo von Barinas" nun wirklich nix zu tun. Eher schon mit den Strauchdieben der Anarchie des 19. Jhdts. wie Maisanta.
    Die Integration der Farbigen kann nur über einen längeren Prozess funktionieren, in dem die heutigen besser ausgebildeten Schichten integriert und nicht bekämpft werden sollten.
    Zur Zeit bezahlt man mit den chinesischen Überweisungen für Öllieferungen der *Folgejahre* Reis, Bohnen und Hühnchenfleisch für die ungewaschenen Massen sowie Hummer-Autos, Swimming Pools und Haciendas für die politischen amigos.

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  • lemmyCaution1, 19. Apr 2010 15:34

    Auch lustig...

    ...und falls es indianische Proteste gegen ein hydroelektrisches Projekt Chiles, Perus, Boliviens, Panamas, Costa Ricas oder Mexikos geben wird, wird mein lieber Vorredner über die Marginalisierung Winetous durch die Kapitalisten wettern. Kommt halt immer drauf an, ob die Regierung lechts oder rinks ist ;-)

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  • lemmyCaution1, 19. Apr 2010 15:35

    Re: Auch lustig...

    Korrektur: Als lechts oder rinks perzipiert wird. Wirtschaftspolitisch agiert die Lula Regierung eher liberal-konservativ.

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  • OBJZ, 19. Apr 2010 19:37

    Lachen und Lust ist 2010 zu spaet!

    Vor der Regierung von Hugo Chavez war - von USA und London gesehen - alles vollkommen "normal" in Venezuela: Die Regierungen der Oligarchen erhielten ihrer "Ratschlaege" von der USA Botschaft, oder direkt von den jeweiligen "Assistent Secretary of State" (lemmywarn: remember Otto Reich and Eliot Abrams ? ). Heute muss sich sich die USA Botschaft in Caracas auf die uebliche "Wuehlarbeit" mit den ueblichen Vaterlandsveraetern begrenzen. Aber im Gegensatz freuen sich die USA Exporteure - denn Venezuela ist und bleibt ein grossartiger Absatzmarkt fuer USA Exporte und ueber 1000 USA Firmen sind in Venezuela mit der ihrer "Chamber of Commerce" an der Wirtschaft in Venezuela beteiligt: Gewinnbringend! Venezuela ist einer der verlaesslichsten, preiswerten und groessten Oilexporteure nach USA und Venezuela betreibt eine riesige Kette von Bezintankstaetten CITGO und mehrere chemische Grossindustrien. Venezuela spendet Heizungsoil fuer die Haeuser und Obdachlosenasyle fuer 200,000 arme USA Amerikaner : Das Oil wird von der Citizen Energy Corp. verteilt - welche von Joseph Kennedy (der Neffe "der Kennedys"!) als Sozialfuersorge gegruendet wurde. Natuerlich wissen dies die Abgeordneten dieser Distrikte und Venezuela hat auch viele Freunde im U.S. Congress! --- Lula in Brasilien und seine "Arbeiterpartei" haben in den acht Jahren eine ueberwaeltigende Verbesserung fuer die Mehrzahl aller Brasilianer erwirkt. Millionen von den Armen sind in die Mittelschicht aufgestiegen, die Aermsten erhalten eine S0zialhilfe (Bolsas) welche so erfolgreich ist, dass die konservative Regierung in Mexiko das brasilianische "Bolsa" Sozialprogram mit guten Erfolg in Mexiko unter den Namen "Oportunidades" adoptiert hat - ohne oder mit Zustimmung von der USA Botschaft! (Ende Kapitel 1)

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  • OBJZ, 19. Apr 2010 20:16

    Lust und Lachen zu spaet in 2010 - Kapitel 2

    Genau so wie heute 2010 - ueber 1000 USA Firmen in Venezuela an der Wirtschaft mitwirken, gewinnbringend - so hat die Wirtschaft in Brasilien in den acht Jahren der "Arbeiterparteiregierung", mit Praesident Ignacio Lula da Silva, einen bewunderten Aufstieg erzielt (auch die weit ueber 1000 deutsche Firmen in Brasilien !): 2009 hatten die brasilianischen Aktien den hoechsten Anstieg in der Welt - 125% und die Waehrung "real' stieg 25% hoeher ueber den USA Dollar. Gleichzeitig wurde die nationale Wuerde Brasiliens auf der internationalen Ebene ganz klar vertreten - einmal kam es zu einem "Krach" zwischen Celso Amorim (Brasilien) und der als streitbar bekannten Susan Rice (USA) in der UN. Aber fuer den Notfall - die brasilianischen Verteidigungskraefte haben schon in Vietnam studiert wie man ein Land verteidigt! Jetzt hat Brasilien die USA in der WTO verklagt und hat gegen die USA einen Schaden von $ 845 Millionen bestaetigt bekommen - weil die USA ihre Baumwolle-Anbauer subvenzioniert. Die USA hat $ 145 Millionen Verguetung an die Baumwolle-Anbauer in Brasilien angeboten: 2010 ist eben nicht mehr so '"lustig" fuer die USA als "Fuehrungsmacht"! --- Die eingeborenen Indianer welche noch nicht an der Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Nation beteiligt sind haben das Recht sich an der Entwicklung ihrer Siedlunggebiete zu beteiligen - aber sie haben auch eine Buergerpflicht fuer die Entwicklung ihrer Nation: Das Versteht ein Indianer wie Evo Morales - seine Urheimat im Hochland war ueberbevoelkert und ertragsarm. Er, der Aymara-Indianer erhielt eine Flaeche im tropischen Urwald und wurde Bauer. Auch die Indianer welche heute noch isoliert in einer tropischen Filmlandschaft leben - brauchen Aerzte, Zahnaerzte und Krankenhaeuser und , ja, alle wollen eine Fernsehantenne: Das muss die Wirtschaft der Nation erschaffen. (Folgend: Lust und Lachen zu spaet 2010 - Kapitel 3.)

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  • OBJZ, 19. Apr 2010 21:08

    Lust und Lachen zu spaet in 2010! Kapitel 3.

    Die Indianer ! Hugo Chavez nannte sich "Der Indianer von Barinas" und Colin Powell beschrieb seine Vorfahren in Jamaika als "Afrikaner, Iren, Indianer", George Bush der Aeltere stellte die Kinder seine mexikanischen Schwiegertochter vor als "Das sind meine braunen Enkel!": Hunderte von Millionen von Menschen in allen Nationen der Amerikas haben etwas Abstammung von Indianern! In Lateinamerika - ob "weiss" oder "schwarz" die Mehrzahl haben eine indianische Urahnin in der Familiengeschichte. Auch Millionen in USA - erst jetzt wird es mit stolz erwaehnt. Doch noch leben Indianer in Stammessiedlungen und ihre Boden und Kulturrechte muessen von der Nation anerkannt werden, gleichzeitig entstehen Buergerpflichten welche die Nation von allen Buergern fordert. Das sind souveraene innerpolitische Beziehungen in jeder Demokratie , welche ohne fremde Einmischung und Intervention verhandelt and gerichtet werden: In USA, Kanada, Brasilien sind viele Indianer schon Rechtsanwaelte und Politiker. Aber die Intervention und Einmischung von fremden Interessen kann keinesfalls toleriert werden! Bis jetzt fordern keine fremden " Interessen" mehr Rechte fuer die Sorben in BDR, oder die Comanche in USA - das wird innerpolitisch verhandelt. Aber in Lateinamerika moechte die USA, die Briten, und sogar manche in Deutschland, und besonders der Vatikan, in die innerpolitischen Beziehungen "einwirken" - als ob die Lateinamerikaner noch nicht erwachsen waeren! In USA sind bis jetzt nur 564 "Native Nations" als "recognized" anerkannt und koennen einige Sonderrechte in Anspruch nehmen . Aber weit ueber 1000 Indianerstaemme werden noch nicht "recognized" weil sie angeblich ungenuegende Dokumente vorweisen oder nachweisen koennen. Natuerlich dreht es darum um Millarden an Grund, Mineral und Oilrechten. Wo sind da die "Hollywood Stars" und "Brit Rockers" - dieser Kampf ist nicht "sexy'' und bringt keine hysterische Publizitaet in der Deutschen Welle, CNN oder BBC!

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  • lemmyCaution1, 21. Apr 2010 12:23

    selten so einen Schmuss gelesen...

    Hauptsache man kann gegen "die Amis" hetzen. Halt so wie es die Ossis gelernt haben, als sie bereits im Kindergarten für "antifaschistische" Aufmärsche strammstehen mußten...
    Man weiss gar nicht wo man anfangen soll...
    Sehr viele indianisch-stämmige Latinos brechen sogar als Illegale in die U.S. of A., um dort neu anzufangen. Weit weg von den rumpolitisierenden Großmäulern einiger ihrer Heimatländer.
    Im übrigen ist Venezuela sicher kein bevorzugtes Investitionsgebiet ausländischer Firmen. Die präferieren Chile, Kolumbien, Peru oder das wirtschaftspolitisch vernünftig regierte Brasilien. An Venezuela wird allenfalls Geld geliehen. Selbstverständlich mit einem fürstlichen Länderrisiko-Aufschlag von 10%.
    Gegen Sozialprogramme in Lateinamerika hat nun wirklich niemand etwas einzuwenden... sofern sie vernünftig gemanaged werden. In Brasilien ist dies der Fall. Die im Sommer gewählte konservative Nachfolgeregierung wird sie genauso weiterführen wie Pinera dies mit Bachelets Sozialprogrammen gemacht hat. Bei Barrio Adentro, Robinson und ähnlichen existiert dagegen ein Reformbedarf, sobald der Caudillo gestürzt und vor ein ordentliches Gericht verbracht wurde.

    Ihr kitschiges, feierliches, undifferenziertes und ideologisiertes Gerede hat in unserer modernen Welt keinen Platz. Zum Glück!

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