Nun hat die Deutsche Bahn AG doch noch eingelenkt und dem »Zug der Erinnerung« die Einfahrt auf den ehemaligen Deportationsbahnhof Grunewald ermöglicht. Der Konflikt zwischen Konzern und Gedenkzug ist, zumindest in diesem Punkt, beigelegt.
Der Einigung war ein bizarrer Streit vorausgegangen. Lange hatte sich die Bahn-AG gesperrt, mit Vertretern des Gedenkzuges über die Haltemöglichkeiten auf Berliner Bahnhöfen überhaupt zu reden. Diese Blockadehaltung war bezeichnend für ihr Verhalten in den vergangenen Jahren. Ausstellungen, die sich mit der Rolle der Reichsbahn in der Nazizeit befassten, sah ihre Rechtsnachfolgerin, die Deutsche Bahn AG, am liebsten in Museen, und nicht auf den Bahnhöfen. Und wenn eine Einigung zustande kam, mussten die Expositionen meist auf weniger stark frequentierte Bahnhöfe ausweichen. Eine geradezu vorbildliche Beschäftigung mit der eigenen NS-Vergangenheit, die einst der frühere Bahn-Chef Hartmut Mehdorn beschwor, sieht sicherlich anders aus.
Dafür muss der Bahn-Konzern die Ausstellungsmacher vielmehr unterstützen, statt bremsen. Dabei geht es auch um finanzielle Fragen. Denn Verantwortliche des »Zuges der Erinnerung« beklagen, dass die Deutsche Bahn AG für Nutzung der Schienen und Bahnhöfe auch weiterhin Geld von ihnen verlangt.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Polnische NS-Opfer erwarten von DB Hilfe »Zug der Erinnerung« unterstützt Forderungen
Reichsbahn verdiente 445 Millionen »Zug der Erinnerung« zu Deportationsgewinnen
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