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Von Dirk Hein
26.05.2010

Kein Unterschied zwischen Mensch und Tier?

Für Teile der Tierrechtszene ist das weltweite Elend von Menschen nachrangig

Unter dem Deckmantel der politischen Linken fühlen sich auch »Antispeziesisten« und sehr engagierte Tierfreunde wohl.

Pluralismus in der Linken mag oftmals Vorzüge mit sich bringen. Zeitweise jedoch treibt die Toleranz verschiedener politischer Ansätze auch absonderliche Blüten. So etwa im Fall der sogenannten Tierrechtler. Diese verstehen sich meist als Teil der radikalen Linken und haben sich der Befreiung von Mensch und Tier gleichsam verschrieben. Weiten Teilen dieser engagierten Tierfreunde ist dabei jedoch offenbar der Bezug zur Realität abhanden gekommen. So kämpfen sie zwar verständlicherweise gegen Massentierhaltungen, Quälereien und unwürdige Tierhaltung an, vernachlässigen dabei jedoch nahezu unentwegt die Situation von Menschen.

Natürlich, nichts spricht dagegen, sich für das Wohl aller Lebewesen einzusetzen und sich gegen Massentierhaltung und andere unhaltbare Zustände stark zu machen. Dabei sollte jedoch das Wohl der Menschen nicht außer Acht gelassen werden. Denn ist es nicht bedeutsamer, wenn in Afghanistan Menschen durch deutsche Bombardierungen ermordet werden, als wenn irgendwo auf der Welt Tiere mißhandelt oder getötet werden? Kernaufgabe der politischen Linken sollte immer sein, die soziale Frage und die von Krieg und Frieden zu thematisieren und sich nicht mit emotional angereicherten Minderheitendebatten selbst zu isolieren. Ob »Hase Mucki« irgendwo auf der Welt gequält wird, mag zwar heutzutage am Tresen eines beliebigen autonomen Zentrums von überdurchschnittlichem Interesse sein, für die breite Mehrheit der Menschen ist es das jedoch nicht.

Im Endeffekt wiederholt sich in der radikalen Linken alle paar Jahre der gleiche Vorgang: Eine kleine Gruppe von Personen geriert sich wortgewaltig und zwingt der schweigenden Szenemehrheit die absonderlichsten politischen Forderungen auf. Dieses Vorgehen war bereits in den 1990er Jahren bei den Veganern, die auf alle tierischen Produkte verzichten, zu beobachten, nahm seinen weiteren Verlauf bei sogenannten Antideutschen und wird heute von einigen besonders engagierten Tierfreunden inszeniert, die nunmehr die naturgegebenen Unterschiede zwischen den Spezies der Menschen und Tiere bezweifeln und sich daher als »Antispeziesisten« bezeichnen. Sie lehnen Tierhaltung und -nutzung als Unterdrückung ab, verneinen Unterschiede zwischen Tieren und Menschen und hallizunieren sogar Liebesbeziehungen zwischen Mensch und Tier herbei.

Keineswegs ist es außerdem akzeptabel, wenn manche Tierrechtler in Bezug auf Legebatterien für Geflügel von »Hühner-Konzentrationslagern« schwadronieren und damit die Singularität des deutschen Massenmordes an den Juden in Frage stellen. Dies geschieht bereits seit Jahren und wird zumindest von Teilen der Linken toleriert.

Vieles an Absurditäten ist in den vergangenen Jahrzehnten in der radikalen Linken geduldet worden. Ist es ab einem gewissen Punkt jedoch erforderlich, klare Kante zu zeigen; zumindest, wenn man überhaupt noch den Wunsch haben sollte, gesellschaftliche Mehrheiten zu erringen?

Anstatt sich nun wieder über Jahre hinweg mit jugendlichen Mittelklasse- und Möchtegernradikalen und deren versponnenen Debatten aufzuhalten, sollten die linken Kernthemen wieder in den Mittelpunkt der radikalen Linken zurückgeholt werden. Und das sind wie erwähnt eine offensive Antikriegsarbeit und der Kampf um soziale Gerechtigkeit.

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